In beiden Ländern ist die Erwerbslosenquote etwa halb so hoch wie im Bundesschnitt. Sie liegt damit nah an der Grenze zur Vollbeschäftigung. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) legt die offiziellen Zahlen am Donnerstag vor.
"Wir haben seit Monaten eine deutlich bessere Performance als Baden-Württemberg", erklärte Rainer Bomba, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Bayern. "Deshalb ist eine solche Prognose nicht abwegig." Die bayerische Arbeitsministerin Christa Stewens (CSU) zeigte sich erfreut über die Entwicklung.
Die Freude in Bayern könnte sich aber rasch wieder legen: Üblicherweise steigen die Arbeitslosenzahlen während der Urlaubszeit wieder ein wenig an - unter anderem weil die Betriebe zum Ende des zweiten Quartals und vor der Ferienzeit häufiger kündigen.
Die guten Zahlen könnten neben dem Aufschwung noch eine andere Ursache haben. In Wahlkampfzeiten werden die zuständigen Behörden gerne sanft, aber nachdrücklich aufgefordert, Arbeitsmarktprogramme intensiv zu nutzen. Mehr Ein-Euro-Jobs, mehr Weiterbildung und mehr 50-Plus-Programme für Arbeitslose senken die Erwerbslosenzahl: Die dort geparkten Arbeitslosen werden nicht mehr in der Statistik geführt.
Die CSU muss bei der Landtagswahl Ende September um ihre absolute Mehrheit bangen. Das angeschlagene Führungsduo aus Ministerpräsident Günther Beckstein und CSU-Parteichef Erwin Huber hatte bereits bei den Kommunalwahlen im März eine herbe Schlappe einstecken müssen. Nun versuchen sie, mit Wirtschaftskompetenz und einem milliardenschweren Programm für Steuersenkungen zu punkten, dass Konjunktur und Arbeitsmarkt weiter ankurbeln soll. Die frohe Botschaft vom Arbeitsmarkt kommt da gerade recht. Außerdem will die CSU auf dem umkämpften Feld der Schulpolitik Boden gut machen. Zum neuen Schuljahr sollen jetzt 2200 neue Lehrer eingestellt werden.