FTD.de » Politik » Deutschland » Beamte sollen länger arbeiten

Merken   Drucken   08.11.2005, 08:40 Schriftgröße: AAA

Beamte sollen länger arbeiten  

Union und SPD wollen in der angestrebten großen Koalition bei den Personalkosten für die Bundesbeamten sparen. Die rund 300.000 Staatsdiener müssen sich nun auf längere Arbeitszeiten und Einschnitte beim Gehalt einstellen. Einige Streitpunkte wurden ausgeklammert.
Roland Koch (l.) und Peer Steinbrück   Roland Koch (l.) und Peer Steinbrück
"Die Arbeitszeit im Bund wird wahrscheinlich bei 41 Stunden liegen und nicht mehr bei 40", sagte der hessische Ministerpräsident Roland Koch nach Beratungen im engsten Führungskreis von Union und SPD über Schritte zur Haushaltssanierung. Die Wochenarbeitszeit war erst im Oktober 2004 von 38,5 auf 40 Stunden angehoben worden. Außerdem soll das Weihnachtsgeld überprüft werden. "Das geht bis in die höheren Ränge der Verwaltung", sagte Koch.
In der Spitzenrunde berieten die designierte Kanzlerin Angela Merkel, CSU-Chef Edmund Stoiber, der amtierende SPD-Vorsitzende Franz Müntefering, sein designierter Nachfolger Matthias Platzeck und Bundeskanzler Gerhard Schröder darüber, wie die Lücke im Bundeshaushalt von rund 43 Mrd. Euro geschlossen werden soll. Zur Haushaltssanierung haben beide Seiten auch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer ins Auge gefasst, die SPD will zusätzlich einen Steuerzuschlag auf hohe Einkommen durchsetzen. Dieses Vorhaben ist in den Unionsparteien aber umstritten.
Entscheidung über Mehrwertsteuer vertagt
Beide Seiten sind nach übereinstimmenden Angaben ein "wesentliches Stück vorangekommen". Über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer solle erst in der Schlussrunde der Koalitionsverhandlungen entschieden werden, sagte der designierte SPD-Finanzminister Peer Steinbrück.
Es gebe gute Chancen, im Laufe der Woche eine endgültige Einigung zu erzielen, sagte Steinbrück. Nach seinen Angaben waren sich beide Seiten einig, dass es sowohl Ausgabenkürzungen wie Einsparungen in der Verwaltung geben müsse. Steinbrück und Koch legten Wert auf die Feststellung, dass es bei dem Spitzengespräch nicht nur um Lasten für die Bürger, sondern auch um Einsparungen auf der Ausgabenseite gegangen sei.
Sparvolumen von 20 Mrd. Euro
Verhandlungskreisen zufolge haben beide Parteien bereits ein Sparvolumen von über 20 Mrd. Euro ausgehandelt. Nach der absehbaren Mehrwertsteuererhöhung werde der Satz voraussichtlich "unter 20 Prozent" nach gegenwärtig 16 Prozent bleiben, hieß es. Eine Summe von 6 bis 8 Mrd. Euro solle in den Sozialversicherungen, vornehmlich im Gesundheitswesen, gespart werden. Die Mitversicherung nicht beschäftigter Ehegatten in der Krankenversicherung stehe dabei auf der Kippe. Hinzu kämen Milliardensummen zu Lasten von Hartz IV- Betroffenen, aus Einsparungen bei der Bundesanstalt für Arbeit, im Personalbereich des Bundes und anderes.
In Hinblick auf die von der SPD vorgeschlagene Reichensteuer sperre sich die Union noch, sagte ein Teilnehmer der Koalitionsverhandlungen. Ganz ausgeschlossen sei ein solcher Schritt aber nicht. Eine solche erhöhte Steuer für Hochverdienende würde dem Bund aber relativ wenig bringen, weil an den Einnahmen auch andere staatliche Ebenen beteiligt wären.

Dieses ist ein kostenpflichtiger Inhalt der FTD. Bitte melden Sie sich an, um fortzufahren!

Abonnenten
Sie haben kostenlosen Zugang zum Weiterlesen oder Herunterladen. Bitte melden Sie ich mit Ihren Zugangsdaten über die Anmeldebox an.

Nicht-Abonnenten
Wenn Sie Interesse an einem FTD-Abo haben, informieren Sie sich über die verschiedenen Abo-Angebote unter www.ftd.de/abo-vergleich.

Alternativ können Sie für den Zugriff auf den gewünschten Inhalt ein Tagesticket erwerben. Für den Erwerb eines Tagestickets müssen Sie bei uns registriert sein (zur Registrierung). Nach Registrierung melden Sie sich einfach über die Anmeldebox an. Anschließend können Sie das Tagesticket erwerben.

Das Tagesticket bietet für 2,50 € einen 24-Stunden-Vollzugriff auf...

  • ...alle Premium-Artikel auf FTD.de
  • ...das aktuelle ePaper (Zeitung als PDF) und 1-Monats-Archiv der FTD
  • ...die Nachmittagsausgabe FTD 17 Uhr (PDF)
  • ...alle Sonderbeilagen der FTD (PDF)
  • ...alle älteren Ausgaben der FTD über einen Archiv-Zugang
  • ...alle archivierten Online-Artikel
Login

Statten Sie Ihre Mitarbeiter oder Key-Accounts mit dem Informationsangebot der FTD aus. Über Unternehmenslösungen für Abonnements oder Online-Zugänge informiert Sie gern unsere Abteilung Business Cooperations, corporate-solutions(at)ftd.de.

Bei Fragen rund ums Abo wenden Sie sich bitte an unsere Service-Zentrale unter kundenservice@ftd.de
Bei Fragen oder Problemen zu Ihrer Einzelverkaufsabrechnung wenden Sie sich bitte direkt an Click & Buy
  • FTD.de, 08.11.2005
    © 2005 Financial Times Deutschland,
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Pläne zur Einlagensicherung: Für die Kanzlerin ein Angebot zur Güte

    Die Bundeskanzlerin lehnt Eurobonds kategorisch ab. Vielleicht könnte sie den Plänen zu einer europäischen Einlagensicherung eher zustimmen? Das Vertrauen in die Banken würde steigen. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

  26.05. Der Test zu Pfingsten Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?

An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?

Der Test zu Pfingsten: Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Alle Tests

FTD-Wirtschaftswunder Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
 



DEUTSCHLAND

mehr Deutschland

EUROPA

mehr Europa

INTERNATIONAL

mehr International

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote