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Merken   Drucken   18.09.2005, 23:32 Schriftgröße: AAA

Beide Verlierer wollen Kanzler sein  

SPD und CDU/CSU haben bei der Bundestagswahl deutliche Stimmenverluste erlitten, erheben aber beide Anspruch auf das Amt des Bundeskanzlers. Amtsinhaber Gerhard Schröder sagte vor jubelnden Anhängern, er erwarte, "dass es auch in den nächsten vier Jahren eine stabile Mehrheit unter meiner Führung geben wird". von Claus Hulverscheidt, Berlin
Bundeskanzler Gerhard Schröder gibt sich zuversichtlich zum ...   Bundeskanzler Gerhard Schröder gibt sich zuversichtlich zum Wahlergebnis
Herausforderin Angela Merkel sagte dagegen, sie "nehme den Regierungsauftrag an". Es blieb jedoch zunächst unklar, wie die Regierungskoalition aussehen wird.
Hochrechnungen zufolge lag die Union mit 35 Prozent der Stimmen knapp vor der SPD mit gut 34 Prozent. 2002 hatten beide 38,5 Prozent geholt. Wer diesmal die stärkste Fraktion stellen wird, war gegen 22.30 Uhr noch unklar, da vor allem die SPD noch auf Überhangmandate hoffen konnte.
Verliererin war damit vor allem Merkel, der noch vor wenigen Wochen ein grandioser Wahlsieg vorausgesagt worden war. In Parteikreisen hieß es, die Leihstimmenkampagne der FDP, die umstrittenen Äußerungen des Finanzexperten Paul Kirchhof und auch Fehler in der Wahlkampfstrategie hätten das Ergebnis verhagelt.
Das CDU-Präsidium hatte noch vor Schließung der Wahllokale telefonisch über das schlechte Abschneiden beraten. "Es herrschte Verstörung, wir mussten das Debakel erst einmal verdauen", sagten Teilnehmer. Merkel und Generalsekretär Volker Kauder seien im Wahlkampf zu viele Fehler unterlaufen, darunter die Berufung des Steuerrechtlers Paul Kirchhof zum Schattenfinanzminister. Die CDU-Chefin werde sich auf Querschüsse der Ministerpräsidenten einstellen müssen, sagte er.

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