Für einen Liter Superbenzin müssen die Autofahrer am Montag im bundesweiten Durchschnitt an Markentankstellen 1,31 bis 1,32 Euro bezahlen. Das sind rund 3 Cent mehr als am Freitag vergangener Woche. Diesel kostet rund 1,14 Euro je Liter und ist damit um 2 Cent teurer geworden.
Erst am Freitag hatten die deutschen Benzinpreise nach drei Erhöhungen innerhalb einer Woche ein Rekordniveau erreicht. Ursache für die neuerliche Preisrunde seien die drastischen und schnellen Preisveränderungen am europäischen Großmarkt für Ölprodukte in Rotterdam, sagten Sprecher der Mineralölunternehmen in Hamburg und Bochum. So habe sich allein am Freitag der Preis für eine Tonne Normalbenzin in Rotterdam von 637 auf 659 $ verteuert. Noch zum Beginn des Monats hatte der Preis lediglich 609 $ je Tonne betragen.
Automobilclub fordert Änderung des Kartellrechts
Angesichts der hohen Benzinpreise hat sich der Automobilclub von Deutschland (AvD) für eine Änderung des Kartellrechts ausgesprochen. Künftig sollte bereits der Tatbestand der "kollektiven Preisveränderung" Sanktionen gegen Ölkonzerne auslösen, forderte der AvD-Benzinpreisexperte Johannes Hübner in einem Interview mit der Münchner "Abendzeitung". Bislang gelten lediglich "Vereinbarungen von Unternehmen oder aufeinander abgestimmte Verhaltensweisen" von Unternehmen als Verstoß gegen das Kartellrecht. Die Formulierung sei nicht mehr ausreichend.
Sprecher der Branche wiesen den Vorstoß zurück und verwiesen auf den intensiven Wettbewerb in Deutschland. Bei einem Vergleich ohne Steuern gehörten die deutschen Benzinpreise zu den niedrigsten in Europa.
Benzinpreis steigt, Ölpreis sinkt
Der Ölpreis ist nach seinem wochenlangen rasanten Höhenflug am Montag wieder leicht gesunken. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI ging im elektronischen Handel auf 66,46 $ je Barrel (159 Liter) zurück. Das waren 40 Cent weniger als zum Handelsschluss am Freitag. Vor dem Wochenende hatte der Rohölpreis mit 67,10 $ einen Rekordstand erreicht. Die Nordseesorte Brent wurde am Montagnachmittag in London mit 66,21 $ 24 Cent unter dem Freitagsabschluss gehandelt. Mit 66,77 $ je Barrel war auch hier am Freitag ein Rekordpreis erreicht worden. Händler sprachen nach dem jüngsten Höhenflug von überfälligen Korrekturen.