Der Senat hat am Dienstag den Bebauungsplan für das Berliner Stadtschloss festgesetzt. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen und den Ort zum urbanen Mittelpunkt im Herzen der Stadt machen.
Die Errichtung des Humboldtforums in Berlins Mitte hat eine weitere Hürde genommen. Für 590 Mio. Euro soll das ehemalige Stadtschloss bis 2019 wiederaufgebaut werden. Der Berliner Senat beschloss am Dienstag den Bebauungsplan für das sogenannte Humboldtforum im Herzen Berlins.
Einst residierte hier der König von Preußen. Im zweiten Weltkrieg stark zerstört, wurde das Berliner Stadtschloss schließlich vom SED-Regime, die es als Symbol des preußischen Absolutismus ansah, gesprengt. 2007 beschloss der Bundestag den umstrittene Wiederaufbau und einigte sich nun endlich.
Nach der Genehmigung durch das Abgeordnetenhaus bis Ende März sollen die vorbereitenden Bauarbeiten in diesem Jahr beginnen, kündigte Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) an. Ein genaues Datum nannte er nicht. Der Plan schaffe den Rahmen, das in der DDR abgerissene Hohenzollernschloss nach den Plänen des italienischen Architekten Franco Stella zu errichten. Dabei sollen an drei Seiten des Gebäudes historische Fassaden entstehen.
Berlin zeige mit dem Beschluss, dass es sich für das Humboldtforum engagiere und nicht nur zuschaue, was der Bund mache, sagte Müller. Der Bebauungsplan sieht vor, die ausgegrabenen historischen Grundmauern des Schlosses in die Neubebauung einzubeziehen und als "archäologische Fenster" zugänglich zu machen.
"Ziel der Planung ist es, diesen bedeutenden Ort im historischen Zentrum der Stadt wieder zu einem urbanen Mittelpunkt zu machen", betonte Müller. "Hier soll ein Ort der Begegnungen und des Dialogs der Kulturen entstehen", sagte der Senator mit Blick auf den künftigen Hauptnutzer des Schlosses, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit ihren großen Sammlungen außereuropäischer Kunst.
Auch die Humboldt-Universität und die Zentral- und Landesbibliothek ziehen mit Ablegern ein. Ein öffentlicher Durchgang durch das Gebäude in Nord-Süd-Richtung, Restaurants und eventuell ein Café auf dem Schlossdach sollen die Attraktivität als Flaniermeile erhöhen.
Müller zeigte sich im Gegensatz zu Kulturstaatssekretär André Schmitz offen für Pläne, die Repräsentanz von Thyssen-Krupp in unmittelbarer Nachbarschaft zu errichten. "Ich finde den Plan spannend, und er löst ja auch gleich eine Debatte aus", sagte der Stadtentwicklungssenator. Der geplante Glaswürfel vor dem ehemaligen Staatsratsgebäude am Schlossplatz sei jedoch "ein Bruch in der Gestaltung und Optik", räumte Müller ein. Deshalb müsse man sich das genau anschauen und beraten.
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