Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer
Jede Partei legt die Formulierung nun zu ihren Gunsten aus. Die CSU besteht darauf, die Leistung Eltern nur in bar zu zahlen. Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer wies am Mittwoch die Kritik an der Prämie entschieden zurück. Buschkowskys Äußerungen diffamierten pauschal alle Hartz-IV-Familien und Migranten. "Das finde ich skandalös, tendenziell ausländerfeindlich und in hohem Maße arrogant."
Zugleich kritisierte sie die Liberalen. Es sei "absurd", dass die FDP bei Asylbewerbern das Sachleistungsprinzip zugunsten von Bargeld abschaffen wolle, Familien hingegen keinen vernünftigen Umgang mit Geld zutraue und auf Gutscheine bestehe. "Das gibt eine Riesenschlammschlacht. Wir werden uns das nicht antun zu entscheiden, welche Eltern das Geld verdienen und welche unwürdig sind. Das wäre diskriminierend."
Buschkowsky, der im Berliner Problemkiez Nord-Neukölln 84 Prozent Schulanfänger mit Migrationshintergrund hat, stützt seine Thesen auf Anschauung. Thüringen, wo es seit 2006 Landeserziehungsgeld (150 ) ) für Eltern gibt, die ihre Zwei- bis Dreijährigen daheim betreuen, verzeichnet einen Rückgang der Kita-Besuchsquoten von nur zwei bis drei Prozent. Eine Lösung des Problems zeichnet sich nicht ab. Denkbar ist, dass die Regierung die Bundesländer selbst entscheiden lässt. Möglich ist auch, dass 2013 schlicht kein Geld für die neue Sozialleistung da ist.