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Merken   Drucken   01.11.2011, 07:00 Schriftgröße: AAA

Bildungspaket: Städtetag will armen Kindern schneller Essen bezahlen

Exklusiv Die Kommunen fordern weniger Bürokratie beim Bildungspaket. Ziel ist es, anfallende Kosten für benachteiligte Familien leichter zu erstatten. Die Nachhilfeschulen beklagen derweil einen geringen Zulauf. von Maike Rademaker  Berlin
Der Städtetag fordert weniger Bürokratie beim Bildungspaket für Kinder. Dafür wolle man sich beim Gespräch zwischen Bund und Ländern zum Bildungspaket für benachteiligte Kinder am Mittwoch einsetzen, sagte Hauptgeschäftsführer Stephan Articus der FTD. So sollte es möglich sein, Eltern die Kosten für Mittagessen oder Vereinsbeiträge gegen Vorlage der Ausgaben zu erstatten, statt erst in langwierigen Verfahren Anträge dazu bewilligt zu bekommen.
Das Bildungspaket steht in dem Ruf, bürokratisch zu sein   Das Bildungspaket steht in dem Ruf, bürokratisch zu sein
"Eine Reihe von Städten geben uns die Rückmeldung, dass das sinnvoll wäre. Es muss ja nicht immer schon vorher ein Antrag gestellt werden", sagte Articus. Zwar hätten sich beim Bildungspaket alle auf Sachleistungen geeinigt. Diese seien jedoch schwieriger umzusetzen als Geldleistungen. Bei Ausflügen und Klassenfahrten werde das Verfahren der Kostenerstattung bereits praktiziert.
Das im Frühjahr beschlossene, 1,6 Mrd. Euro schwere Bildungspaket von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte von Anfang an den Ruf, äußerst bürokratisch zu sein. Mit dem Paket haben die Kinder Anrecht auf ein warmes Mittagessen, die Teilnahme an Klassenausflügen und Anspruch auf Nachhilfe und Übernahme der Vereinskosten bei Sport- oder Musikvereinen.
Mittlerweile stellen die Familien allerdings zunehmend Anträge auf Mittagessen und Klassenfahrten, die in den Schulen schnell abgerechnet werden können. Laut Städtetag haben in 80 Städten bereits 44 Prozent der leistungsberechtigten Kinder generell Anträge gestellt. Allerdings gibt es keine Zahlen, wie viele und welche Anträge bereits bearbeitet und bewilligt sind.
So klagt der Bundesverband Nachhilfeschulen, dass die Nachfrage weit geringer ist als erwartet. "Wir haben einen weit stärkeren Zulauf als erwartet. Das ist zum Teil auch dem Bürokratismus geschuldet", sagte eine Sprecherin des Verbandes. Bei vielen Familien, aber auch Schulen sei das Angebot von Nachhilfe, die den Kindern durch das Paket bezahlt wird, weiter kaum bekannt. Gut funktioniere es meist da, wo Jobcenter und Schulen selbst aktiv werden. "In manchen Jobcentern wurden die Mitarbeiter nicht aufgestockt, aber sie werden mit den Anträgen überflutet", sagte die Sprecherin.
  • FTD.de, 01.11.2011
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