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Merken   Drucken   24.09.2008, 21:19 Schriftgröße: AAA

Bildungspolitik: Länderchefs lassen Merkel auflaufen  

Vor dem Bildungsgipfel wehren sich die Unions-Ministerpräsidenten gegen die Einmischung des Bundes. Damit demonstrieren sie deutlich, wo die Grenzen der Macht der Kanzlerin liegen. von Nikolai Fichtner (Berlin)
Die Unions-Ministerpräsidenten setzen einen Monat vor dem Bildungsgipfel von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Gegenangriff: Während Merkel auf konkrete Zusagen von den Ländern pocht, verlangen die Chefs der großen Flächenländer nun Zugeständnisse vom Bund. Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein forderte die Bundesregierung auf, den "Länderanteil an der Umsatzsteuer deutlich zu erhöhen, damit die Länder das Geld selbst für mehr Bildung ausgeben können". "Das gefällt mir besser als die Karotten, die der Bund den Länder so gerne hinhält", sagte Beckstein der FTD.
In früheren Programmen, etwa zum Ausbau der Ganztagsschulen, hatte der Bund Geld in Milliardenhöhe bereitgestellt und dafür auch detailliert die Ziele definiert. Das würde Beckstein nun gerne selbst übernehmen. Ähnlich hatten sich bereits die Ministerpräsidenten Günther Oettinger und Roland Koch  geäußert.
Mit ihrem Konter gefährden die Länderchefs Merkels Strategie, auf dem gemeinsamen Gipfel am 22. Oktober in Dresden den Durchbruch zur "Bildungsrepublik" zu inszenieren. Merkel hat sich einen Erfolg zur persönlichen Aufgabe gemacht und die Bildung in den Mittelpunkt ihrer Politik gerückt. Jetzt könnte sie damit an die Grenzen ihrer Macht stoßen: Schon früh hatten einige Ministerpräsidenten, allen voran Oettinger, am Sinn des Gipfels gezweifelt. Bildung sei schließlich Ländersache. Merkel ignorierte die Bedenken und überraschte die Länder mit einer Bildungsreise, auf der sie die gastgebenden Ministerpräsidenten gleich mit ins Schlepptau nahm.

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