Gabriel sagte am Montag in Goslar, auffällig sei, "dass es immer wieder in Krümmel solche Zwischenfälle gibt". Allerdings wolle er vor weiteren Stellungnahmen zunächst den Bericht der schleswig-holsteinischen Atomaufsicht abwarten.
An einer Lüftungsanlage sei es zu einem Schwelbrand gekommen, teilte der Betreiber Vattenfall Europe mit. Es habe kein offenes Feuer gegeben, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Es sei auch niemand verletzt worden. Radioaktive Stoffe wurden laut Vattenfall nicht freigesetzt.
"Um kurz nach 8 Uhr schlug ein Rauchmelder in einem Technikraum Alarm", sagte ein Sprecher des Sozialministeriums in Kiel. "Die Werksfeuerwehr hat den Brand gelöscht - um kurz nach 9 Uhr war alles vorbei." Das Reaktorgebäude sei vorübergehend geräumt, später aber wieder freigegeben worden, teilte Vattenfall mit.
Die Atomaufsicht in Kiel bestätigte, dass keine Radioaktivität ausgetreten sei. Das für die Reaktorsicherheit zuständige Sozialministerium schickte einen Spezialisten zum Kraftwerk und beauftragte einen Gutachter.
Die Ursache für den erneuten Zwischenfall sei noch unklar und werde derzeit untersucht, sagte der Vattenfall-Sprecher. "Es ist bisher nicht absehbar, ob sich der Termin für das Wiederanfahren nun verschiebt." Der Schwelbrand war im Messraum des Abluftkamins an einer Filtermatte entstanden.
Das von Vattenfall Europe betriebene AKW steht seit vergangenem Sommer still. Am 28. Juni hatte ein Transformator gebrannt, es folgten zahlreiche weitere Pannen.
Erst vor zwei Wochen hatte die Kieler Atomaufsicht mitgeteilt, Krümmel sei nach Einschätzung von Vattenfall nicht vor Mitte Mai wieder anfahrbereit. Grund seien anhaltende technische Probleme, hatte die für Reaktorsicherheit zuständige schleswig-holsteinische Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) im Januar mitgeteilt.
Auch das zweite von Vattenfall in Schleswig-Holstein betriebene AKW in Brunsbüttel steht seit dem 28. Juni still. Es hatte dort mehrere Pannen gegeben.