Die neokalsschischen Mystiker sind wieder mal am Schreiben. Die Arbeitskosten stehen schon wieder im Fokus, und dies wieder mal zu Unrecht. Die "Nebenkosten" Krankenversicherung sind in einer G+V Rechnung eine vernachlässigbare Grösse.
Kurze Überlegung: Wenn die Belastung so gross sei, wie zwischen den Zeilen kolportiert wird, dann wäre die deutsche Industrie sicher nicht so wettbewerbsfähig, wie es tatsächlich ist. Wie gross ist der Kostenanteil der "Nebenkosten"? Das Kalkulationsschema, grob dargestellt, definiert 50 % Materialkosten, 30 % Personalkosten und 20 % Gemeinkosten.
Personalkosten: In dem Anteil sind alle Kosten erfasst! Ungefähr 70 % sind Lohn- u. Gehalt, der Rest verteilt sich auf die "Nebenkosten". Die Krankenversicherung hat einen Anteil von rund 12 % von 30 %. Bezogen auf die Gesamtkosten des Kalkulationsschemas hat die Krankenversicherung lediglich einen Anteil von knapp 3 %. Der Arbeitgeberanteil läge dann bei 1,5 %. Es ist schon nicht mehr lustig, welch Hysterie mal wieder verbreitet wird und auch noch auf fruchtbaren Boden zu fallen scheint.
Die Kranken und Krankehiten haben sich nicht wesentlich verändert. Den grössten Anteil (rund 60 %) an den Kosten haben, man höre und staune, die Kosten für Medikamente. Wer also Einsparungen haben will, der sollte fordern, dass die Medikamentenpreise in D endlich dem Wettbewerb aus gesetzt werden. Nun, unser Herr Rösler hat sich vor kurzem von der Industrie über den Tisch ziehen lassen. Die kartellrelevanten Teile wurden von ihm grosszügig durchgewunken. Er ist sogar soweit gegangen der deutschen Medizinaufsicht die Geschäftsgrundlage zu entziehen. Sie darf nicht mehr aus eigenem Willen und Notwendigkeit heraus die Wirksamkeit von Medikamenten untersuchen. erst wenn der Hersteller zustimmt, dann darf sie untersuchen. Empfehlungen dürfen nur noch mit Zustimmung der Hersteller ausgesprochen werden. Der mainstream verbreitet aber immer noch, dass in dem Markt Wettbewerb herrsche. Kopfschmerztabletten sind im Ausland bis zu 80 % billiger, obwohl sie vom gleichen Hersteller und unter gleichem Namen vertrieben werden. Die Marketinglüge der Neoklassik "Wettbewerb" wird immer noch geglaubt. Was kann der Grund dafür sein?