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Merken   Drucken   01.11.2011, 21:02 Schriftgröße: AAA

Bundesfinanzminister im Interview: Schäuble hält an Griechenland-Hilfen fest

Wolfgang Schäuble setzt auf Griechenlands Reformwillen und kündigt an, das Land weiter zu unterstützen. Im FTD-Interview erklärt er zudem, wie es zur Milliardenpanne bei der HRE kam und was er von einer Senkung des Solis hält.
© Bild: 2011 FTD/Marc-Steffen Unger/www.ms-unger.de
Exklusiv Wolfgang Schäuble setzt auf Griechenlands Reformwillen und kündigt an, das Land weiter zu unterstützen. Im FTD-Interview erklärt er zudem, wie es zur Milliardenpanne bei der HRE kam und was er von einer Senkung des Solis hält.
von und Timo Pache, Berlin

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist bestens gelaunt, als er die FTD am Montag zum Interview empfängt. Das 55-Mrd.-Euro-Debakel bei der HRE ärgert ihn, doch wenigstens die Euro-Krise scheint erstmals seit Wochen gebannt. Die gute Laune dürfte schnell verflogen sein. Am Abend der Paukenschlag: Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou will sein Volk über das jüngste Rettungspaket abstimmen lassen. Ein dringender Grund, zwei Fragen an Schäuble nachzureichen.

Papandreou lässt sein Volk abstimmen. Das ist ...

 

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FTD Herr Schäuble, Sie mussten in den vergangenen Wochen dramatische Verhandlungen zur Rettung Griechenlands führen. Fühlen Sie sich nun nicht vom griechischen Ministerpräsidenten Papandreou veräppelt?

Wolfgang Schäuble Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone haben am letzten Mittwoch ein umfassendes Paket geschnürt, mit dem die Stabilität der Euro-Zone langfristig gesichert werden soll. Neben dem Beschluss, die systemrelevanten Banken Europas sturmfest zu machen, der Selbstverpflichtung zu Reformen der Mitgliedsstaaten, die besonders im Fokus der Märkte stehen, der Finalisierung der EFSF und der Ankündigung, bis Dezember erste Ideen für die Stärkung der Institutionen zu formulieren, ist Teil dieses Pakets ein zweites Hilfspaket für Griechenland. Dieses Paket wird eine deutliche Reduktion des griechischen Schuldenstands durch eine starke Beteiligung des Privatsektors beinhalten, aber auch Hilfe bei der Umsetzung der Reformen und Wachstumsimpulse setzen. Die EU ist eine Gemeinschaft, die auf Kooperation und gegenseitiger Unterstützung aufgebaut ist. Ich habe immer gesagt: Wenn Griechenland die Lasten und Mühen der Hilfsprogramme und Reformen auf sich nehmen will, wenn es in der Euro-Zone bleiben will, dann werden wir es unterstützen. Diese Krise kann nur gemeinsam bewältigt werden.

Welche Folgen hätte aus Ihrer Sicht ein Nein der Griechen?

Schäuble Ich vertraue auf die Kraft der Argumente. Ich glaube, dass das zweite Hilfspaket für Griechenland, welches jetzt finalisiert werden wird, die beste Gewähr bietet, dass Griechenland in einem überschaubaren Prozess gesunden kann und wieder selbstständig auf die Beine kommt. Davon geht auch die griechische Regierung aus, die das Paket ja letzte Woche in Brüssel mitabgesegnet hat. Ich gehe davon aus, dass Griechenland die eingegangenen Absprachen und Verpflichtungen respektieren und erfüllen wird.

Teil 2: Zum Bilanzfehler bei der HRE

  • Aus der FTD vom 02.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland
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