Absturz der TifosiTeure Verpflichtungen hat kaum noch ein Klub vornehmen können. In Italiens erster Liga Serie A drohte vor wenigen Wochen den beiden renommierten Hauptstadtklubs AS und Lazio Rom der Zwangsabstieg; ihre Schulden überstiegen selbst das in Italien gültige Maß für eine Verlängerung der Lizenz. Der Traditionsklub AC Florenz, einst Arbeitgeber von Effenberg und Star-Coach Giovanni Trapattoni, musste in den letzten zwei Jahren panikartig Spieler verkaufen. Geholfen hat es nichts: Dem sportlichen Abstieg in die zweite Liga folgte jetzt die Zwangsversetzung in Serie C2 - die vierte und unterste Profiliga des Landes. Darunter rangieren nur noch die Amateure, die Ligen der "dilettanti", wie sie auf italienisch heißen.
Von diesen Zuständen ist der bezahlte Fußball in Deutschland weit entfernt. Hier, sagt Ricardo Moar, "wurde einfach besser gewirtschaftet". Und er meint damit nicht nur die Bayern mit ihrem prall gefüllten Festgeldkonto. Auch sein neuer Klub, Hannover 96, ist in einer "finanziell guten Situation". Den Verein plagten keine Schulden, und "wir kämen nicht einmal in Gefahr, wenn wir wieder Zweite Liga spielen müssten".
Wie selbst einer der größten ausländischen Klubs kaputtzukriegen ist, beschreibt Moar am Beispiel des FC Barcelona. Dort habe man über lange Jahren hinweg "Spieler, die vielleicht 5 Mio. Euro wert sind, für 15 Mio. Euro eingekauft". Kaufanfragen nach Spielern würden nicht beantwortet: "Ich habe in den letzten Wochen 20-mal dort angerufen, weil mich Spieler aus Barcelonas B-Kader interessieren", sagt Moar, "doch bis heute kam keine Reaktion: keine Dokumente, keine Videos, gar nichts."
Der 48-jährige Insider des spanischen Profifußballs schäumt angesichts des Niedergangs eines solchen Welt-Vereins: "Da sitzt das Management mit seinen Spitzengehältern in der Geschäftsstelle vor dem Fernseher und glotzt den Sekretärinnen auf den Po - sonst machen die nichts!" Jetzt haben sie was gemacht: Der Verein hat sich vom brasilianischen Weltmeister Rivaldo getrennt, dessen Gehalt von 10 Mio. Euro der FC Barcelona nicht mehr bezahlen kann. Rivaldo kickt nun beim AC Mailand, für weniger Geld.