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04.07.2011, 07:27
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Carbazol:
Wundersprit euphorisiert Regierung
Ein völlig neuartiger Treibstoff könnte Wasserstoffautos zum Durchbruch verhelfen. Das Bundesverkehrsministerium prüft gerade einen Förderantrag der Uni Erlangen zur Erforschung des sogenannten Carbazols.
von Jens Tartler Berlin
Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba sieht große Potenziale im Carbazol: "Das Zeug ist ein Wundermittel", sagte er der FTD. Die Kohlenwasserstoffverbindung könnte die Fortbewegung der Zukunft revolutionieren. Carbazol ist eine Flüssigkeit, die sich ebenso unproblematisch und sicher handhaben lässt wie Dieselkraftstoff. Sie hat eine besondere Eigenschaft: Sie kann große Mengen Wasserstoff speichern und wieder abgeben.
Rainer Bomba, Staatssekretär im Verkehrsministerium
Beim Einsatz im Auto entzieht ein kompakter Katalysator dem Carbazol den Wasserstoff und gibt ihn an eine Brennstoffzelle weiter, die daraus Strom für den Elektroantrieb herstellt. Grundsätzlich möglich wäre sogar eine Verbrennung des Wasserstoffs in einem herkömmlichen Motor. An der Tankstelle würde das wasserstoffarme Carbazol durch frisches, mit Wasserstoff geladenes Carbazol ersetzt.
Laut Wolfgang Arlt, Professor für Verfahrenstechnik an der Uni Erlangen-Nürnberg, kann Carbazol bei vergleichbarem Volumen wesentlich mehr Energie speichern als Batterien oder flüssiger Wasserstoff. Anders als beim Wasserstoff ist es auch nicht nötig, mit extrem hohem Druck oder Temperaturen von minus 260 Grad zu arbeiten. Deshalb fürchtet die herkömmliche Wasserstoffindustrie die neue Konkurrenz durch Carbazol. Mit 400.000 Euro würde das Forschungsvorhaben Uni Erlangen-Nürnberg gefördert, wenn das Verkehrsministerium den Antrag genehmigt.
Teil 2: Noch sind einige Probleme zu lösen
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Aus der FTD vom 04.07.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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