Bildung ist allein Aufgabe der Länder. So wird es die Föderalismusreform voraussichtlich bestätigen. Viele Eltern sind darüber unglücklich. Die Verantwortung sei zu groß, klagen sie. Die schlechten Ergebnisse deutscher Schüler in internationalen Studien zeigten doch, dass die Bundesländer überfordert seien.
Aber die Reform kann auch ein Anstoß zu Reformen sein. "Wir Länder nehmen die Verantwortung ernst", verspricht die Präsidentin der Kultusminister, Ute Erdsiek-Rave (SPD) aus Schleswig-Holstein. Das Bewusstsein für Bildung sei so groß wie seit den 70er Jahren nicht mehr. Das Thema bestimme geradezu die Landespolitik, behauptet sie. Für Eltern ist das eine Chance, denn Eltern sind Wähler.
Die zehn dringendsten Reformen
Die FTD hat die zehn dringendsten Reformen zusammengestellt, an denen Eltern von Grundschulkindern ihre Landesregierung messen sollten. Denn der Pisa-Vergleich mit erfolgreichen Bildungsnationen führt zu zwei zentralen Erkenntnissen. Die öffentliche Hand in Deutschland räumt Bildung nicht die absolute Priorität ein, das zeigen die Ausgaben. Zum anderen kann Schule besser organisiert werden. Andere machen vor, dass ohne einen Wust von Vorschriften und mit modernen Unterrichtsmethoden viel mehr erreicht werden kann.
Erste Veränderungen sind bereits auf dem Weg. Seit Pisa rumort es im Schulsystem. Schwerpunkt sind dabei die Grundschulen. Insbesondere die Stadtstaaten sind aktiv. Eine Chance, diese Reformen zu überprüfen, wird die nächste Auflage der Iglu-Grundschul-Studie im Frühjahr dieses Jahres sein. Daran wollen sich erstmals alle 16 Bundesländer beteiligen.
Thüringen bietet die besten Bedingungen
Nach den aktuellsten Statistiken herrschen die besten Bedingungen derzeit in thüringischen Grundschulen. Die Ausgaben für Bildung sind hier hoch, die durchschnittliche Klassengröße sowie die Zahl der Sitzenbleiber niedrig. Vor allem aber sind die Leistungen international überdurchschnittlich. Das Ostland nahm nämlich schon als eines von wenigen Bundesländern an der letzten Iglu-Studie teil. Auch Bayern und Baden-Württemberg schnitten damals gut ab, bieten aber schlechtere Bedingungen in punkto Betreuung.