Welchen Illusionen erliegen wir den hier? Jemand, der in der oft genannten 70 Stunden Woche (Arbeitsfrühstück, Sitzung, Gespräche, Arbeitsessen, Empfang, Termine, Teegespräch, Arbeitsessen, Rede, Interview, Unterzeichnung von Gesetzen die man nicht gelesen hat) dem fiktiven Stress der Rücktrittsforderung unterliegt, weiss, dass er nicht wirklich abgewählt werden kann, der wird doch einfach nur das Ding aussitzen, bis die ach so kritischen Medien die nächste Sau durchs Dorf treiben. Das hier ist Parteiendiktatur zum Anfassen, heute ist mal Wulff der Übeltäter, früher war es Rau, Lambsdorff, von Lafontaine und seinem Palast des Proletariates ganz zu schweigen. Der Webfehler des Grundgesetzes ist die überstarke Rolle der Parteien, die zur Zeit des parlamentarischen Rates (weiss noch jemand was das ist) von den Alliierten kritisiert wurde. Aus der Angst heraus nie wieder einen Diktator zu bekommen, hat man sich historisch auf die Spur zu einer Parteiendiktatur gemacht, die wir heute hier erleben. Die bad guys wechseln zyklisch, das Strukturpersonal bleibt. Und hier kommt die grosse Frage: Sind hochstrukturierte ausgereifte Volkswirtschaften überhaupt demokratisch zu steuern, wenn Transferleistungsbezieher und Rentner in naher Zukunft den Wähler, aber nicht den Zahler stellen? Wulff ist nur ein kleines abgebrochenes Zahnrädchen im strukturiert fehlerhaften System der Bundesrepublik Deutschland.