12. Februar 1990: Der „Runde Tisch“ in der DDR schlägt auf Initiative von Bündnis 90 eine Treuhandgesellschaft zur Wahrung des Volkseigentums vor.
17. Juni 1990: Die Volkskammer der DDR beschließt das Treuhand-Gesetz mit dem Auftrag zur Privatisierung des „volkseigenen Vermögens“.
4. Juli 1990: Detlev K. Rohwedder wird vom DDR-Ministerrat zum Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Treuhandanstalt (THA) ernannt.
20. August 1990: Rohwedder wird THA-Präsident.
22. August 1990: Stromvertrag zur mehrheitlichen Übernahme der Ost-Stromwirtschaft durch Preussen Elektra, RWE und Bayernwerk.
22. Januar 1991: Stopp der Produktion von „Wartburg“-Automobilen zum 31. Januar 1991 beschlossen.
1. April 1991: Rohwedder wird in Düsseldorf ermordet. Nachfolgerin wird Birgit Breuel.
30. April 1991: Letzter „Trabi“ rollt vom Band. Interflug stellt Betrieb ein.
4. Juli 1991: Erstes Gesamtkonzept für ostdeutsche Chemie mit den Hauptstandorten Leuna, Buna, Bitterfeld.
22. November 1991: Deutsche Interhotel AG wird für mehr als 1,02 Mrd. Euro (2 Mrd. DM) verkauft.
10. März 1992: Der Verwaltungsrat billigt internationale Lösung bei erster, später teils gescheiterter Werftenprivatisierung.
23. Juli 1992: Deutsch-französisches Konsortium unter Führung von Elf Aquitaine unterzeichnet Vertrag über Kauf der Minol und den Bau einer Raffinerie in Leuna.
10. Dezember 1992: Fusion der Mitteldeutsche Kali AG mit der BASF-Tochter Kali + Salz. Aus Protest gegen die Schließung ihres Werkes treten Kalikumpel aus Bischofferode anschließend in Hungerstreik.
8. Dezember 1994: EU billigt Erst-Privatisierung der Eko Stahl.
15. Dezember 1994: Treuhand-Verwaltungsrat billigt Verkauf der Deutschen Waggonbau AG an US-Investmenthaus Advent.
31. Dezember 1994: Ende der Treuhand. Ihr Gesamtfehlbetrag belief sich zunächst auf 130,8 Mrd. Euro (256,4 Mrd. DM). Am Ende - nach der BvS - sind es 117 Mrd. Euro (230 Mrd. DM) Die Schulden gehen in den Erblastentilgungsfonds.
1. Januar 1995: Die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) startet als größte Treuhand-Nachfolgerin.
11. Januar 1996: Die Privatisierung des größten Ost-Maschinenbauers Sket scheitert. Bis 1998 unternimmt die BvS einen zweiten Anlauf.
26. Februar 1996: Die BvS stellt gegen den früheren Vorstand des Werftenkonzerns Bremer Vulkan Strafantrag. Ermittelt wird wegen des Verdachts, dass umgerechnet 434 Mio. Euro in die zentrale Konzernkasse flossen, die für Ost-Werften bestimmt waren.
26. März 1996: Die Neptun-Werft steigt als erste aus dem Bremer-Vulkan-Verbund aus. Die Ost-Werften gehen an BvS und Land zurück.
22. Dezember 1999: Das mehrheitlich zur französischen Stahl-Gruppe Usinor gehörende belgische Unternehmen Cockerill Sambre erwirbt von der BvS Restanteile des größten Ost-Stahlkochers EKO.
1. Juni 2000: Mit Übernahme des letzten BvS-Anteils wird der Verkauf des Olefinverbundes BSL an den US-Chemiekonzern Dow abgeschlossen.
Ende Juni 2000: 90 Prozent der damals 38.942 Privatisierungsverträge sind abgearbeitet. Die von der Treuhand noch nicht privatisierten Unternehmen sind bis auf den Immobilienentwickler Chemiepark Bitterfeld Wolfen verkauft oder stillgelegt.
31. Dezember 2000: Die BvS stellt operativen Betrieb ein und besteht als Rechtsträger fort. Restaufgaben übernehmen Geschäftsbesorger.
23. September 2003: Nach mehr als zehnjährigem Rechtsstreit um das Vermögen der Außenhandelsfirma Novum urteilt das Berliner Oberverwaltungsgericht, dass der BvS und damit den neuen Ländern 255 Mio. Euro zustehen.