FTD.de » Politik » Deutschland » Clement weist Unionspläne für Arbeitsmarktreformen scharf zurück

Merken   Drucken   21.08.2005, 16:17 Schriftgröße: AAA

Clement weist Unionspläne für Arbeitsmarktreformen scharf zurück  

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement hat das von der Union geplante Sofortprogramm für Reformen am Arbeitsmarkt scharf kritisiert. Vor allem eine Lockerung des Kündigungsschutzes hält er für falsch.
Wolfgang Clement, Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit   Wolfgang Clement, Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit
"Meines Erachtens ist die Union in allen Punkten eher ideologisch als sachlich gesteuert", sagte Clement der Financial Times Deutschland (Montagausgabe). Die Union will im Falle ihres Wahlsieges schon zum 1. Januar 2006 den Kündigungsschutz weiter lockern, die staatliche Förderung der Altersteilzeit stoppen und betriebliche Bündnisse auch ohne Zustimmung der Tarifparteien gesetzlich ermöglichen.
"Alle diese Maßnahmen dienen nicht einer produktiven Entwicklung in den Unternehmen, sie werden vielmehr ohne Not Unsicherheit und Streit in die Betriebe bringen", sagte Clement.
Der Wirtschaftminister wies vor allem die Pläne zur Lockerung des gesetzlichen Kündigungsschutzes zurück. "Wir haben die Schwelle beim Kündigungsschutz bereits auf zehn Mitarbeiter angehoben und außerdem Möglichkeiten zur Befristung deutlich vergrößert", sagte Clement. Die Neuanstellung von Arbeitnehmern ab 50 Jahren sei "faktisch ohne Kündigungsschutz möglich".
Der SPD-Politiker bezweifelte auch, dass die Öffnung der Tarifverträge für Vereinbarungen auf Betriebsebene die Arbeitslosigkeit reduzieren wird. "Ich will keine gesetzliche Einmischung des Gesetzgebers in die Tarifpolitik", sagte Clement. Schon heute hätten die Tarifparteien "weit reichende Möglichkeiten zur betrieblichen Differenzierung und Flexibilisierung". So hätten mehr als 40 Prozent aller Beschäftigten heute flexible Arbeitszeiten - "und war ohne dass der Staat in die Tarifautonomie eingreift".
Clement sprach sich auch gegen das Vorhaben aus, die staatliche Förderung der Altersteilzeit bereits Anfang 2006 einzustellen. Wenn ein älterer Mitarbeiter in Altersteilzeit geht und der Arbeitgeber dafür einen Arbeitslosen einstellt, fördert dies die Bundesagentur für Arbeit mit 20 Prozent des Monatslohns. Altersteilzeit-Beschäftigte erhalten damit im Ergebnis bei halbierter Arbeitszeit mindestens 70 Prozent ihres früheren Einkommens. Dieses Programm nutzten inzwischen fast 300.000 Menschen, sagte Clement. "Wie die Union die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung senken will, wenn sie gleichzeitig durch solche Maßnahmen mehr Menschen in die Arbeitslosigkeit schickt, bleibt eines der vielen Geheimnisse im in sich widersprüchlichen Programm der Union", sagte Clement.
  • Aus der FTD vom 22.08.2005
    © 2005 Financial Times Deutschland,
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Pläne zur Einlagensicherung: Für die Kanzlerin ein Angebot zur Güte

    Die Bundeskanzlerin lehnt Eurobonds kategorisch ab. Vielleicht könnte sie den Plänen zu einer europäischen Einlagensicherung eher zustimmen? Das Vertrauen in die Banken würde steigen. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

  26.05. Der Test zu Pfingsten Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?

An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?

Der Test zu Pfingsten: Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Alle Tests

FTD-Wirtschaftswunder Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
 



EUROPA

mehr Europa

INTERNATIONAL

mehr International

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote