FTD.de » Politik » Deutschland » CSU fordert raschen Abbau von Bürokratiekosten
  FTD-Serie: Bürokratieabbau

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Bürokratieabbau zur Chefsache erklärt. Eine Serie über die gescheiterteten Versuche den Bürokratiedschungel zu lichten und warum der neue Anlauf bessere Aussichten auf Erfolg hat.

Merken   Drucken   12.03.2006, 19:12 Schriftgröße: AAA

CSU fordert raschen Abbau von Bürokratiekosten

Bayerns Staatskanzleichef Eberhard Sinner (CSU) will die Bürokratiekosten der Unternehmen um ein Viertel senken. Ziel der von der großen Koalition im Bund geplanten Initiative zum Bürokratieabbau müsse es sein, eine solche Reduzierung der Kosten in drei bis vier Jahren zu erreichen. von Peter Ehrlich
Eberhard Sinner, Bayerns Staatskanzleichef   Eberhard Sinner, Bayerns Staatskanzleichef
Dies sagte der Minister der Financial Times Deutschland. "Bund und Länder könnten eine Zielvereinbarung schließen, in der die Größenordnung festgelegt wird", schlug Sinner vor.
Die Niederlande hätten mit ihrem Deregulierungsprogramm Maßstäbe gesetzt und errechnet, dass die Entlastung der Unternehmen um 25 Prozent ihrer Kosten für staatliche Bürokratie das Bruttoinlandsprodukt um mittelfristig 1,5 Prozent steigern könne. "Bürokratieabbau heißt ganz klar Vorrang für Wachstum", sagte Sinner.
Sinner macht mit seinem Vorschlag Druck auf die Koalition, bald erste Initiativen zu starten. "Bayern setzt sich dafür ein, beim Bürokratieabbau so schnell wie möglich zu beginnen." Bürokratie beschränke mit unzähligen kleinen Fesseln wirtschaftliches Potenzial: "Je früher wir diese Fesseln zerreißen, desto besser." Viele Anregungen seien früher auf Bundesebene hängen geblieben: "Jetzt setze ich auf das Kanzleramt als Motor."
Kontrollrat als sinnvolles Instrument
Das Bundeskanzleramt hat bisher noch keine Vorschläge zum Bürokratieabbau vorgelegt, unter anderem weil einzelne Ressorts Bedenken gegen den geplanten Normenkontrollrat haben, in dem Experten die Bürokratielastigkeit neuer Gesetze überprüfen sollen.
Sinner sagte, der Kontrollrat könne ein sinnvolles Instrument sein. "Aber man muss immer aufpassen, dass man nicht eine neue Bürokratie schafft, um Bürokratie abzubauen." Sinner will sich bei der Bewertung von Gesetzen nach dem in den Niederlanden entwickelten so genannten Standard-Kosten-Modell richten. Dabei wird jeweils ermittelt, zu welchen Auskünften und Statistiken Firmen verpflichtet sind, wie viel Zeit sie dafür brauchen und welche Kosten dadurch entstehen. Diese Methode könne einheitlich von Bund und Ländern genutzt werden, sagte Sinner.
Der CSU-Politiker warnte zugleich vor gesetzgeberischen Schnellschüssen nach aktuellen Ereignissen. "Ich warne vor Reflex-Gesetzgebung, aus spontanem Instinkt heraus oder weil man glaubt, auf einzelne Schlagzeilen sofort reagieren zu müssen." Als Beispiel nannte Sinner den Einsturz von Hallendächern unter großen Schneemassen. "Wir machen keine Schnellschüsse", sagte er. Zwar prüfe man, ob bessere Gebäudesicherheit nötig sei, aber es müsse auch hier der Grundsatz gelten: "Mehr Eigentümerverantwortung und weniger Bürokratie." Wenn aus Einzelfällen eine Flut neuer Regeln hergeleitet werde, schaffe das nur neue "Bürokratiemonster."
Zum FTD-PodcastFTD-Newsticker - die aktuelle Nachrichtenlage für Ihr Java-Handy.FTD-Desktop-Alarm - Eilmeldungen schnell auf Ihren PC.FTD-Bildschirmschoner - aktuelle Nachrichten und Aktienkurse direkt auf den PC.
  • Aus der FTD vom 13.03.2006
    © 2006 Financial Times Deutschland,
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Kommentare
Kommentar schreiben Pflichtfelder*





Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Pläne zur Einlagensicherung: Für die Kanzlerin ein Angebot zur Güte

    Die Bundeskanzlerin lehnt Eurobonds kategorisch ab. Vielleicht könnte sie den Plänen zu einer europäischen Einlagensicherung eher zustimmen? Das Vertrauen in die Banken würde steigen. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

  26.05. Der Test zu Pfingsten Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?

An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?

Der Test zu Pfingsten: Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Alle Tests

FTD-Wirtschaftswunder Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
 



EUROPA

mehr Europa

INTERNATIONAL

mehr International

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote