Von der Scheußlichkeit gebannt, bleibe ich hängen und schaue nach, auf was für einen Sender ich gestoßen bin. Sixx. Aha. Soll wohl wie Sex klingen, nur anders. Ich stelle mir darunter Girlies vor, die mit ihrer Clique vor dem TV sitzen und Prosecco trinken und sich streiten, welcher der Vampire einen beißen soll.
Wenige Minuten später kommt das Huhn zurück. Diesmal mit Sonnenbrille. Es steigt aus einer Limousine, krallt sich auf einem roten Teppich fest und kreischt: "Mädels an die Macht!" und "Das will ich auch!" Sofort fiel mir das alte Lied ein: "Ich wollt, ich wär ein Huhn". Aber das war irgendwie unterhaltsamer.
Soll das was Feministisches sein? Weder bin ich eine Emanze noch eine Ökotussi, aber das nehme ich dem Vieh nicht ab. Denken die Macher (Pro Sieben Sat 1 Media übrigens), es wirkt glaubwürdig, wenn ein weißes Federvieh in dummen Posen Emanzipationssprüche gackert? Ach egal, vielleicht bin ich auch nur müde. Ich zappe weiter, vielleicht läuft ja wirklich noch irgendwo "Raumschiff Enterprise".
Und dann stoße ich auf die Werbung für Nitro, einen Männersender, der "Fernsehen für Helden" zeigt und mit einem recht coolen Männergesangsverein - also, einer passablen Band - für Actionserien wirbt. Ein Mann, der das guckt, denkt sich bestimmt (das impliziert die Werbung zumindest): "Hey, was bin ich ein geiler Hecht", wenn er Nitro anschaltet. Und nirgends ist ein Gockel zu sehen. Etwas läuft hier doch falsch.