Unbekannte mißbrauchen in Berlin die US-Flagge als Köttelwimpel
Und während das Land noch über George W. Bushs Freiheitsschwüre und Lauras Garderobe sinniert, leistet die Berliner Polizei ganz im Stillen ihren bescheidenen Beitrag, das Ansehen dieser freiheitsliebenden Nation in der Welt zu schützen und zu umhegen.
Was manchmal kein einfache Aufgabe ist. Seit etwa einem Jahr versehen Unbekannte Hundehaufen auf Berlins Gehwegen und in Grünanlagen mit US-Fähnchen. Bis zu 3000 Stück Exkrement sind nach Schätzung der Parkverwaltung bereits auf diese Weise beflaggt worden.
Die Sicherheitsbehörden stehen vor einem Rätsel. Die genauen Motive der vermeintlichen Kotflaggen-Bande sind unklar. Zunächst vermuteten Ermittler eine Aktion gegen den Irak-Krieg. Aber selbst nach dem US-Präsidentschaftswahlkampf sank die Zahl der Köttelwimpel nicht.
Berlin verdankt Amerika einiges. Die Berliner Polizei hat daher vermehrt Streifen auf die Suche nach den Kotbeflaggern geschickt. Allgemein bekannt ist ja, wie sehr die Landesflagge jeden aufrechten US-Patrioten emotional berührt. Und Paragraf 176 des "United States Code" mahnt eindringlich an, die Flagge "nicht mit Geringschätzung zu behandeln". Nicht gestattet ist zudem, Decken damit zu behängen, und die Verwendung als Bettlaken.
Insgesamt 15 Verhaltensregeln umfasst der "Flag Code". Hundekot taucht nicht auf. Und auch Berlins Polizei ist ratlos, wie mit den Kotbeflaggern zu verfahren wäre. Handelt es sich womöglich schlicht um einen extremen Fall von Freiheitsliebe?