Ich nehme hingegen an, dass ey 80er ist. Spätestens seit "Manta, Manta" ist es in deutschen Mündern. Es verlor kurzweilig seinen Glanz, weil "Alter", "Digger" oder "Junge" beliebter waren. Globalisierung, Integration und Familie haben den Ausruf heute aber wieder salonfähig gemacht. Er ist ein Schlüssel zu Generationen und Ethnien. Wenn sich ein Individuum in einem kommunikativen Raum nicht als sprachamputiert outen möchte, hilft ein kurzes Ey zur Überbrückung. Es bedarf selten weiterer Kommunikation; ein Ey hallt nach.
Es gibt viele Ey-Formen: kurze, laute Eys, die in aller Regel darauf hinweisen, dass Gefahr im Verzug ist. Oder lang gezogene, entspannte Eys, die mit Rastafrisuren und Musikfestivals einhergehen. Die Reaktionen des Geeyzten sind entsprechend vielseitig. Sie changieren irgendwo zwischen Überraschung, Aggression und Liebe.
In unserer beschleunigten Gesellschaft sorgen die kleinen Eys des Tages für winzige Inseln der Entschleunigung, der Ruhe. Für den Moment nämlich, in der alle Gesprächsteilnehmer die Betonung der Eyzung einsortieren und eine Reaktion vorbereiten müssen. Ey! - Einordnung: Dieser Text ist zu Ende, ey.