Wie schützt man sich vor Anlagebetrügern, windigen Versicherungsvertretern und provisionsgeilen Bankberatern? Der Goldstandard in den onkelhaften Ratgeberblättchen lautet: "Lassen Sie die Finger von Dingen, die Sie nicht verstehen!" Abgesehen davon, dass sich damit ein Großteil der Finanzindustrie selbst erledigen würde, ist dieser Rat unfassbar dreist und nutzlos.
Für viele Dinge ist die breite Masse schlicht zu blöd. Selbst Helmut Schmidt sagt, dass er seine eigene Lohnabrechnung nicht kapiert. Würden wir von allem die Finger lassen, was wir nicht verstehen, käme kein einziger Telekommunikationsvertrag zustande und kein Kind auf die Welt. Die Scheidungsraten legen ja nahe, dass Männer Frauen und Frauen Männer nicht verstehen und folglich besser die Finger voneinander lassen. Und wie zum Teufel kommt aus dem CD-Player eigentlich Musik?
Aus eigener Kraft werden wir all die schwarzen Wissenslöcher wohl nie ganz stopfen. Der Telekommunikationskundenberater wird trotz versiertester Fragetechnik ungerührt weiter Call'n-Surf'n-Web'n-Walk-Optionen auswerfen. Und Finanzbeamte, Technikhotlines, Versicherungsmakler und Anlageberater arbeiten hart daran, dass wir gewisse Dinge ohne ihre Hilfe nicht verstehen. Denn andernfalls könnten wir sie - wie Schriftsteller Douglas Adams bereits träumte - einfach in einem Raumschiff im All aussetzen, wo sie sich gleich nach der Landung auf einem unbewohnten Planeten gegenseitig Lehman-Papiere als Altersvorsorge und Vollkaskoversicherungen für Fahrräder andrehen würden.