Der deutsche Feldhamster ist kurz davor, für immer das Zeitliche zu segnen: Das Bundesamt für Naturschutz hat am Dienstag die neue Rote Liste der gefährdeten Arten in Deutschland vorgestellt. Für Spezies wie den Feldhamster, die einst massenhaft in Deutschland vorkamen, ist es fünf vor zwölf.
Das Schicksal von Hamster, Lachseeschwalbe oder Würfelnatter droht auch einem weiteren Wirbeltier in Deutschland: dem Homo sozialdemocraticus. Seit Ende September sind insbesondere die alten Leittiere akut gefährdet und stehen - zumindest innerhalb ihrer Partei - auf derselben Stufe wie der Feldhamster: nahezu ausgerottet.
Dabei kann man den armen Kreaturen durchaus helfen, wie Umweltschützer wissen. Wildbrücken, Tiertunnel oder Jagdverbote - derlei Fürsorge sollte man auch Altsozialdemokraten angedeihen lassen.
Zunächst gilt es, mit der Linkspartei eine Schonzeit auszuhandeln. Dann brauchen die bedrohten Exemplare neue Lebensräume. Der schnoddrige Peer Steinbrück könnte in der Bundesbank unterschlüpfen - die altehrwürdige Institution scheint optimales Terrain für streitlustige Gesellen zu sein. Franz Müntefering ließe sich von Gerhard Schröder als Berater nach Russland vermitteln. Frank-Walter Steinmeier steht als neuer SPD-Fraktionschef zwar unter Naturschutz, wird aber trotzdem als potenzieller EU-Präsident gehandelt. Revierkämpfe drohen allerdings auch in diesem Lebensraum. Vertreter der englischen Subspezies des Homo sozialdemocraticus wie Tony Blair suchen ebenfalls ein neues Reservat.