Aus den Koalitionsverhandlungen ist zu hören, Angela Merkel und
Guido Westerwelle quälten sich immer noch damit herum, einen Slogan für ihre Regierung zu finden. Man schwanke zwischen "Mut zur Zukunft!" und "Zuversicht für Deutschland!". Deutlicher kann man nicht sagen, dass die Lage katastrophal ist.
"Mut und Zuversicht" im irdischen Jammertal - das ist die Bordpfarrerpredigt für ausweglose Situationen. Und auch der markige Ausruf, der am Ende in der Unterzeile des Koalitionsvertrags stehen könnte, geht voll daneben: "Kräfte freisetzen. Zusammenhalt stärken. Der Weg ins neue Jahrzehnt." Da fragt man sich doch: Ist das mit den Kräften mystisch-physikalisch gemeint, oder kippen sie jetzt den Kündigungsschutz?
Finanziell gesehen ist außer Slogans ausdenken für die neue Regierung nicht viel drin - und selbst das ist teuer genug. Statt Werbeagenturen zu bezahlen käme eine kleine Volksbefragung günstiger, unter welchem Sinnspruch wir die nächste Legislaturperiode verbringen möchten. Man könnte auch einfach Rolling-Stones-Titel recyceln.
Statt der abgedroschenen CDU-Wahlkampfhymne "Angie" könnte man es diesmal mit einem anderen Hit versuchen: "You Can't Always Get What You Want." Schließlich bleiben uns Errungenschaften wie der Gesundheitsfonds erhalten und obendrauf bekommen wir neue gigantische Schulden - um Steuerentlastungen zu finanzieren, die keiner will.
Wenn das so weitergeht, ist es ganz gleich, wer 2013 die Wahl gewinnt. Den passenden Stones-Song gibt es schon: "Ain't Too Proud to Beg."