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Merken   Drucken   08.07.2010, 19:56 Schriftgröße: AAA

Deal an der Waterkant: Uni Lübeck gerettet  

Überraschende Wende im Kampf um Lübecks Uni: Der Bund übernimmt für einen zweistelligen Millionenbetrag ein Forschungsinstitut. Schwarz-Gelb sichert damit den Fortbestand der Hochschule - und das politische Überleben der Kieler Landesregierung. von Marion Schmidt, Hamburg und Nikolai Fichtner, Berlin
Proteste gegen die Schließung der Universität Lübeck   Proteste gegen die Schließung der Universität Lübeck
Wochenlang haben sie geredet und gerungen. Am Donnerstagabend kam die erlösende Nachricht: Der Bund rettet die Universität Lübeck. Es ist das erste Mal, dass der Bund die Hochschule eines Landes vor einer möglichen Schließung bewahrt.
Das Land Schleswig-Holstein hatte im Zuge von Sparmaßnahmen beschlossen, die medizinische Ausbildung an der Uni zu streichen; das hätte das Aus für die Uni bedeutet.
Deal zwischen Kiel und Lübeck
Wissenschaftsministerin Annette Schavan (CDU) kündigte nun in Berlin an, der Bund werde das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Uni Kiel in die mehrheitlich vom Bund finanzierte Helmholtz-Gemeinschaft übernehmen und sich darüber hinaus an den Kosten für den geplanten Neubau des Instituts und den Ersatz eines Forschungsschiffs zu beteiligen.
Im Gegenzug muss das Land die Medizinerausbildung in Lübeck erhalten, allerdings soll die Zahl der Plätze für Studienanfänger leicht reduziert werden. "Die Uni Lübeck wird nicht geschlossen", sagte Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU).
Uni-Präsident Peter Dominiak zeigte sich erleichtert über die Entscheidung: "Wir freuen uns, der lange Kampf und die Verhandlungen haben sich gelohnt." Er werde sich nun aber nicht zurücklehnen, sondern sein Ziel, Stiftungsuni zu werden, weiter verfolgen. Damit könnte er die Hochschule unabhängiger vom Land führen. Die regionale Wirtschaft hat bereits angekündigt, ihn dabei finanziell zu unterstützen.
Gegenleistung für Bundesratsstimmen
Das jetzt versprochene Engagement des Bundes beläuft sich nach ersten Schätzungen auf jährlich rund 25 Mio. Euro. Das entspricht fast genau der Summe, die von der Uni Lübeck durch den Wegfall der Medizin jährlich eingespart werden sollte.
Bundesministerin Schavan hat sich persönlich für die Uni Lübeck eingesetzt. "Es ist der Bundesregierung nicht egal, wenn eine exzellente medizinische Fakultät geschlossen werden soll" , sagt sie. Es wäre ein fatales Signal, angesichts des bestehenden Ärztemangels.

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