Christian Pfeiffer glaubt nicht an eine generelle "Deutschenfeindlichkeit"
Doch die Lektüre der KFN-Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Bundesinnenministerium entstand, lässt zumindest auf den ersten Blick auch einen anderen Schluss zu. Bundesweit wurden dafür Viert- und Neuntklässler nach ihren Erfahrungen mit Gewalt befragt. Dabei gaben knapp 24 Prozent der nichtdeutschen Befragten in Westdeutschland an, sie hätten schon einmal jemanden beschimpft, weil er Deutscher war, fast fünf Prozent räumten aus dem gleichen Grund Schläge ein. Zwar erlebte umgekehrt rund ein Drittel der Migranten selbst diskriminierende Beschimpfungen, die Zahl gewalttätiger Übergriffe lag aber nur bei gut zwei Prozent.
Am größten unter allen Ethnien war die Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen, deren Familien aus der Türkei oder dem ehemaligen Jugoslawien stammen. "Sie beschimpfen und schlagen einheimische Deutsche überdurchschnittlich deutlich", schreiben die Autoren.
So vehement wie vor drei Jahren widerspricht Pfeiffer den Warnungen der Familienministerin diesmal nicht. "Sie beruft sich zurecht auf unsere Studie", sagt er. Schröders Schlussfolgerungen aber lehnt Pfeiffer auch diesmal ab. "Wir glauben nicht, dass eine Veränderung des Strafrechts die Lösung bringt."