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Merken   Drucken   21.02.2012, 21:20 Schriftgröße: AAA

Designierter Bundespräsident: Migranten drängen Gauck zur Integration

Er ist noch nicht im Amt, steht aber schon vor der ersten Herausforderung: Gauck lobte einst den Integrationskritiker Thilo Sarrazin für dessen Mut. Das nimmt ihm die türkische Gemeinde übel. Deshalb soll Gauck nun seine Haltung zur Integration erklären.
© Bild: 2012 dpa - Bildfunk/Thomas Frey
Exklusiv Er ist noch nicht im Amt, steht aber schon vor der ersten Herausforderung: Gauck lobte einst den Integrationskritiker Thilo Sarrazin für dessen Mut. Das nimmt ihm die türkische Gemeinde übel. Deshalb soll Gauck nun seine Haltung zur Integration erklären. von Friederike von Tiesenhausen  Berlin
Noch vor seiner Wahl zum Bundespräsidenten gerät Joachim Gauck unter Druck, seine Haltung zur Integration zu klären. Gauck hatte dem Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin  Mut für sein umstrittenes Buch über Zuwanderer bescheinigt. "Damit hat er bei vielen Deutschtürken einen wunden Nerv getroffen. Ich finde es äußerst wichtig, dass Gauck diese Verstimmung in nächster Zeit ausräumt", sagte der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde, Kenan Kolat, der FTD.
Nach Euphorie jetzt Kritik
Beim Thema Integration sind die Erwartungen an das designierte Staatsoberhaupt besonders hoch. Hier war Gaucks Vorgänger Christian Wulff  der einzige Erfolg seiner Amtszeit gelungen. Der Satz "Der Islam gehört inzwischen zu Deutschland" verschaffte ihm anhaltende Sympathie bei Muslimen. Zudem hatte Wulff nach dem Bekanntwerden der Neonazi-Mordserie an Zuwanderern eine zentrale Gedenkfeier angeregt. Diese findet am Donnerstag in Berlin statt. Hauptrednerin ist statt Wulff Kanzlerin Angela Merkel (CDU).
Mit der Einigung auf Gauck zeigt Merkel ...

 

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Nach der Begeisterung über Gaucks Kandidatur regt sich nun bei einigen Themen Kritik an dem früheren Pfarrer - vor allem im linken Lager. So nehmen ihm Kapitalismuskritiker übel, dass er die Anti-Banken-Proteste der Occupy-Bewegung einst als "unsäglich albern" abgetan hatte.
Auch Grünen-Chef Cem Özdemir  erwartet von Gauck ein Signal. "Er wird zum Thema Integration bestimmt bald eigene Akzente setzen. Er ist jemand, der zusammenführen kann", sagte er der FTD. Gauck sei wahrlich kein Unterstützer der Thesen von Thilo Sarrazin. "Sonst hätten wir ihn nicht vorgeschlagen." Das gehe auch aus dem fraglichen Interview hervor. Darin hatte Gauck kritisiert, Sarrazin wolle "mit einem einzigen biologischen Schlüssel alles erklären".
Aussage zum Islam gefragt
Laut Özdemir könne niemand erwarten, dass Gauck den Parteien, die ihn unterstützt haben, immer nach dem Mund rede. "Auch wir nicht. Ganz im Gegenteil, er ist ein unabhängiger Kopf, das zeichnet ihn aus." Der integrationspolitische Sprecher der Bundestagsgrünen, Memet Kilic, kündigte an, Gauck nicht zu wählen.
Kolat drängte den 72-Jährigen auch zu einer Aussage zum Islam: "Gauck ist ein religiöser Mann. Es wäre schön, wenn er ähnliche Worte für den Islam findet wie Wulff." Beim Beitrittsgesuch der Türkei zur EU würden sich die Deutschtürken ebenfalls ein Signal wünschen. "Doch das ist wohl unwahrscheinlich."
  • Aus der FTD vom 22.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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