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Merken   Drucken   08.08.2012, 14:09 Schriftgröße: AAA

Deutsche Blockade: Konzernchefs verlangen Abkommen gegen Korruption

Nur wenige Länder haben das Uno-Abkommen gegen Korruption noch nicht ratifiziert. Deutschland ist eines von ihnen - ebenso wie Syrien und Saudi-Arabien. Konzernchefs fürchten einen Imageschaden für die deutsche Wirtschaft. Sie fordern den Bundestag in einem Brandbrief auf, schnell zu handeln.

Führende deutsche Konzernchefs appellieren an den Bundestag, das Uno-Abkommen gegen Korruption so schnell wie möglich in Kraft zu setzen.

"Das Ausbleiben der Ratifizierung schadet dem Ansehen der deutschen Wirtschaftsunternehmen", heißt es in einem Schreiben an alle Fraktionschefs, das der FTD vorliegt. Ein demokratisches Land wie Deutschland müsse international glaubwürdig sein und dürfe sich nicht unnötig angreifbar machen.

Zu den mehr als 30 Unterzeichnern der Initiative gehören die Chefs von Siemens , Daimler , Allianz , Bayer , Eon , Deutsche Bank , Commerzbank , Deutsche Telekom , Linde  und Metro .

Der Brandbrief der Konzernchefs   Der Brandbrief der Konzernchefs

Das bereits vor neun Jahren unterzeichnete Abkommen verpflichtet die Unterzeichner, gegen korrupte Amtsträger vorzugehen und bei solchen Delikten international eng zusammenzuarbeiten. Inzwischen haben über 160 Staaten die Konvention ratifiziert. Nur wenige Länder, darunter Deutschland, Syrien und Saudi-Arabien, haben das bislang nicht getan.

Die schwarz-gelbe Koalition blockiert bislang die Ratifizierung. Begründet wird dies mit dem im deutschen Recht unzureichend geregelten Straftatbestand der Abgeordnetenbestechung. Durch eine Verschärfung würden die Parlamentarier nach Ansicht von Union und FDP in der freien Ausübung ihres Mandats gehindert.

Die Konzernchefs riefen das Parlament auf, mit einer Neuregelung nicht länger zu warten. "Integre Abgeordnete brauchen sich vor schärferen Regelungen nicht zu fürchten", heißt es in dem Brief. Der deutschen Industrie sei "sehr an einem korruptionsfreien und fairen Wettbewerb in allen Partnerländern gelegen".

Die Staatengruppe gegen Korruption des Europarats (Greco) hatte Deutschland schon im April aufgefordert, unverzüglich seine Regeln im Kampf gegen Bestechung an internationale Standards anzupassen. Dafür hatte die Organisation der Bundesregierung eine Frist bis Ende Juni gesetzt, die jedoch erfolglos verstrichen ist. Greco erwägt, deswegen eine Kommission nach Deutschland zu schicken.

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  • dpa, 08.08.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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