Das Bundesamt für Statistik stellte am Dienstag die Ergebnisse einer Sondererhebung zu Geburten und Kinderlosigkeit vor. Die Daten wurden im Herbst 2006 erhoben, Auskunft gaben etwa 12.500 Frauen im Alter zwischen 16 und 75 Jahren.
Der Erhebung zufolge ist zwar das Durchschnittsalter von Frauen bei ihrer ersten Niederkunft im Vergleich zu den 1960er Jahren um drei Jahre gestiegen. Die Entwicklung habe sich jedoch nicht fortgesetzt, dass vor allem Frauen aus den alten Bundesländern immer später ihre Kinder bekommen. Denn die Zunahme ihres durchschnittlichen Alters bei ihrer ersten Geburt stagniert: Bei den Frauen der Jahrgänge 1967 bis 1971 betrug das Alter bei ihrem ersten Kind im Schnitt 27 Jahre und blieb damit genauso hoch wie das der fünf Jahre älteren Frauen.
In den neuen Bundesländern hingegen sind die Frauen bei ihrer ersten Geburt im Schnitt zwar noch jünger als die Mütter aus den alten: Die Jahrgänge 1967 bis 1971 sind im Mittelmaß 24 Jahre alt, wenn sie ihr erstes Kind bekommen. Die fünf Jahre jüngeren Frauen werden jedoch durchschnittlich etwas später zum ersten Mal Mutter - bei ihnen dürfte die Veränderung der Lebensumstände nach der Wiedervereinigung eine Rolle spielen und so für eine Angleichung an westdeutsche Verhältnisse sorgen, mutmaßen die Bundesstatistiker.
Je höher die Bildung, desto weniger Kinder
Die Zahl der Kinderlosen ist in Deutschland höher als noch vor 20 Jahren: Jede fünfte Frau zwischen 40 und 49 Jahren hat keine Nachkommen. Beeinflusst wird die Kinderlosigkeit durch den Bildungsstand der Frauen: Nur jede siebte der Frauen mit niedriger Bildung, aber jede fünfte der Frauen mit hoher hat keine Kinder.
Auch die Zahl der Kinder verändert sich mit steigendem Bildungsstand: So haben etwa zwei von drei Frauen im Alter zwischen 40 und 75 Jahren ein oder zwei Kinder - unabhängig vom Bildungsniveau. Der Anteil der Frauen mit mehr als zwei Kindern sinkt aber, je höher der Bildungsstand der Mütter ist: Frauen mit niedriger Bildung haben mit 26 Prozent deutlich häufiger drei oder mehr Kinder als Frauen mit mittlerer (18 Prozent) oder mit hoher Bildung (15 Prozent).