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Merken   Drucken   27.04.2004, 15:22 Schriftgröße: AAA

Deutsche Wirtschaft wächst nur 1,5 Prozent  

Die sechs führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für Deutschland gesenkt. Die Bundesregierung sieht sich dennoch bestätigt.
"Die deutsche Wirtschaft wirkt noch müde", sagte Gustav Horn vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Sie löse sich zwar allmählich aus der Stagnation, ein Aufschwung könne das Ganze aber nicht genannt werden. Dafür sei vor allem der schwache Konsum verantwortlich. Die Verbraucher seien auf Grund der Reformen und der hohen Arbeitslosigkeit verunsichert. Die Exporte werden dagegen im laufenden Jahr auf Grund des kräftigeren Aufschwungs der Weltwirtschaft wohl etwas rascher steigen als im Herbst erwartet.
In dem am Montag vorgestellten Frühjahrsgutachten gehen die Forscher für dieses Jahr mit 1,5 Prozent von einem um 0,2 Prozentpunkte geringeren Wachstum in Deutschland aus als in ihrer letzten Herbstprognose. Ohne die zusätzlichen Arbeitstage in diesem Jahr würde das Wachstum sogar nur 0,9 Prozent betragen. Die Bundesregierung erwartet ein Wachstum zwischen 1,5 und 2,0 Prozent, hat ihrer Haushaltsplanung für 2004 aber ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent zu Grunde gelegt. Eine aktualisierte Frühjahrsprojektion will die Regierung am Freitag vorlegen.
Kritisiert wird in dem Gutachten das Fehlen eines klaren Konzeptes in der Finanzpolitik. Allerdings sind auch die Institute über das Vorgehen uneins. Die Mehrheit hält es für erforderlich, dass der Stabilitäts- und Wachstumspakt eingehalten und ein zusätzliches Sparpaket aufgelegt wird. Das Berliner DIW und das IWH aus Halle schlagen dagegen vor, die Konsolidierung mittelfristig durch einen verbindlichen Ausgabenpfad voranzutreiben und Einnahmen je nach Konjunkturverlauf schwanken zu lassen.

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