Der Ex-Vorsitzende der Republikaner, Franz Schönhuber, tritt in Dresden an
Trotzdem hätten die Rechtsextremen damit ihr Ergebnis von 2002 mehr als verdreifacht: Damals erreichte die NPD 0,4 Prozent, ihre Gesinnungsgenossen von Republikanern landeten bei 0,6 Prozent. In Reichweite war die Fünf-Prozent-Hürde für die NPD bislang nur bei der Wahl von 1969, als sie über vier Prozent der Stimmen gewann.
Ob es der Partei gelungen ist, in Ostdeutschland das ein oder andere Direktmandat zu erringen, wie sie zuvor groß angekündigt hatte, war am Wahlbend noch nicht klar. Hoffnungen auf diesen Erfolg hatte sich die NPD gemacht, nachdem sie bei der Landtagswahl in Sachsen im September 2004 überraschend mit 9,2 Prozent in den Landtag gewählt wurde.
In den letzten Monaten hat aber die neue Linkspartei der NPD einen erheblichen Teil ihres Wählerpotenzials genommen. Der "Kampf gegen Sozialabbau" durch die rot-grüne Bundesregierung wurde nun mit mehr Öffentlichkeitswirksamkeit von der Linkspartei geführt. Damit konnte die NPD bei der Landtagswahl noch viele Stimmen gewinnen.
Ex-Republikaner kämpft für NPD
Deshalb setzt die NPD im Wahlkreis Dresden I nun auf einen prominenten Kämpfer: Nach dem plötzlichen Tod der NPD-Kandidatin Kerstin Lorenz und der Verschiebung der Wahl stellten die Rechten den einstigen Vorsitzenden der Republikaner, Franz Schönhuber, auf.
Wären nur Jugendliche unter 18 Jahren wahlberechtigt, hätte die NPD den Sprung in den Bundestag geschafft: Bei einer "Jugendwahl", die das Netzwerk U18, ein Zusammenschluss von Jugendorganisationen, am 9. September für nicht volljährige Schüler und Auszubildende organisierte, landeten die Rechtsextremen bei 6,6 Prozent - noch einen Prozentpunkt vor der FDP.
In den ostdeutschen Ländern war das Ergebnis deutlicher: In Sachsen fuhr die NPD das bundesweite Rekordergebnis von 16,3 Prozent ein und lag auf Platz drei vor der CDU. In Brandenburg, wo die rechtsgerichtete DVU im Landtag vertreten ist, "wählten" elf Prozent der Schüler die NPD.