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Merken   Drucken   05.09.2005, 19:15 Schriftgröße: AAA

Dossier: Clement gibt Ölreserven frei  

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement hat einen Teil der deutschen Ölreserven freigegeben. Damit sollen die Produktionsausfälle in den USA nach dem Hurrikan "Katrina" ausgeglichen werden.
Preise an einer Hamburger Esso-Tankstelle   Preise an einer Hamburger Esso-Tankstelle
Ab Mittwoch würden 474.000 Tonnen Rohöl und Mineralölprodukte in den Markt gegeben, teilte das Wirtschaftsministerium in Berlin mit. Auf Antrag der USA hatte die Internationale Energieagentur (IEA) am Freitag mit Zustimmung aller 26 Mitgliedstaaten beschlossen, dem Markt in den nächsten 30 Tagen jeweils zwei Millionen Barrel täglich zur Verfügung zu stellen.
Die freigegebene Menge ist nur ein Bruchteil der deutschen Notreserven, die rund 25 Millionen Tonnen umfassen und per Gesetz für 90 Tage reichen müssen. Welche Mengen und Anteile von Rohöl oder Ölprodukten in den Markt gegeben werden, sei noch offen, hieß es beim Wirtschaftsministerium. Dies sei Gegenstand von Gesprächen mit dem Erdölbevorratungsverband (EBV) in Hamburg. Beim EBV geht man davon aus, dass es entweder 100 Prozent Benzin sein werden oder zwei Drittel Benzin und ein Drittel Diesel beziehungsweise Heizöl. Appell an Ölkonzerne Clement äußerte die Erwartung, dass der Ölpreis weiter zurückgehen wird. "Die Preise können nicht auf dem derzeitigen Niveau bleiben, wenn die Firmen vernünftig handeln", sagte der SPD-Politiker. Sie müssten zu einem realen Markt-Preis zurückkehren.
Clement äußerte sich ähnlich wie Bundeskanzler Gerhard Schröder. Der hatte den Mineralölkonzernen im Fernsehduell mit seiner Unions-Herausforderin Angela Merkel am Sonntag vorgeworfen, durch ihre großen Gewinnspannen unethisch zu handeln. Merkel hatte dieser Aussage ausdrücklich zugestimmt. Der Geschäftsführer von Total Deutschland, Thierry Pflimlin, wies den Vorwurf zurück. Die Gewinne der Ölkonzerne seien nicht groß, der Löwenanteil der Profite entfalle auf die Staatskonzerne der Förderländer, sagte er der "Bild"-Zeitung. Benzinpreise bleiben hoch Nach einem leichten Rückgang am Wochenende verharrten die Benzinpreise am Montag auf hohem Niveau. Superbenzin kostete im Bundesdurchschnitt 1,43 Euro je Liter und war damit zwei Cent günstiger als Freitag, wie ein Sprecher des Mineralölkonzerns Aral sagte. Der Marktführer hatte seine Benzinpreise nach der Ankündigung zur Freigabe der Ölreserven am Freitag wieder um zwei Cent gesenkt. Davor hatte sich Benzin trotz sinkender Ölpreise um insgesamt 18 Cent verteuert.

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