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  FTD-Serie: Reformbaustelle Deutschland

Wo besteht in Deutschland der größte Reformbedarf? An welchen Stellen sind bereits erfolgreich Veränderungen angepackt worden? Welche Lösungen bieten die Parteien an? Ein Überblick der FTD zum Beginn des Wahlkampfs.

Merken   Drucken   18.08.2005, 20:33 Schriftgröße: AAA

Dossier: Die jüngsten Probleme Deutschlands  

Zyniker unter den Polit-Beobachtern verbuchen es bereits als Erfolg, dass die rot-grüne Bundesregierung die Familienpolitik überhaupt aus der Ecke der völligen Bedeutungslosigkeit herausgeholt hat. Doch ein Überblick über die Problemfelder zeigt schnell: Zwar ist die Diskussion in Bewegung geraten - die Probleme sind aber die gleichen wie vor sieben Jahren. von Ulrike Sosalla, Berlin
Die Gruppe eines Kindergartens macht einen Ausflug   Die Gruppe eines Kindergartens macht einen Ausflug
Zyniker unter den Polit-Beobachtern verbuchen es bereits als Erfolg, dass die rot-grüne Bundesregierung die Familienpolitik überhaupt aus der Ecke der völligen Bedeutungslosigkeit herausgeholt hat. Doch ein Überblick über die Problemfelder zeigt schnell: Zwar ist die Diskussion in Bewegung geraten - doch die Probleme sind die gleichen wie vor sieben Jahren.
Dabei leidet die Familienpolitik unter dem gleichen Dilemma wie die Bildungspolitik: Zwar gibt es ein eigenes Bundesministerium. Doch die wichtigsten Entscheidungen liegen bei den Bundesländern, Kommunen, Unternehmen und Privatleuten.
Ob Ausbau der Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeiten, familienfreundliche Städte oder einfach eine höhere Geburtenrate - ihre wichtigsten Ziele kann Familienministerin Renate Schmidt nur verfolgen, indem sie appelliert, lobbyiert, insistiert. Und das hat sie in den vergangenen Jahren getan: Landauf, landab warb Schmidt bei Firmen und Gemeinden für "Bündnisse für Familie", für familienfreundliche Arbeitszeitmodelle, für Betriebskindergärten und für neue Betreuungsformen.
Gerade mal 1,3 Kinder
Die Erfolge lassen auf sich warten. Das größte Sorgenkind der Familienpolitik, die Geburtenrate, dümpelt auf niedrigem Niveau. Gerade mal 1,3 Kinder bekommen deutsche Frauen im Durchschnitt. In Europa kommen nur in Italien und Spanien weniger Kinder je Frau zur Welt, Österreich und Griechenland liegen gleichauf. Das ist individuell traurig, wenn unerfüllte Kinderwünsche dahinterstecken, und gesellschaftlich bedenklich, weil die sozialen Sicherungssysteme auf einem Generationenvertrag aufbauen: Jede Generation zahlt ein, um damit die Ausgaben der vorangegangenen Generation zu decken.

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