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Merken   Drucken   03.11.2005, 18:53 Schriftgröße: AAA

Dossier: Leistungsschwache Schüler sollen besser gefördert werden  

Als Konsequenz aus dem erneut durchschnittlichen Ergebnis deutscher Schüler bei der Pisa-Studie sollen leistungsschwache Schüler besser gefördert werden. Bei der Studie hatte nur Bayern den Anschluss an die Spitzengruppe geschafft.
Die Pisa-Studie untersucht international die Leistungsfähigkeit ...   Die Pisa-Studie untersucht international die Leistungsfähigkeit von Schülern
"Die vorgelegten Befunde zeigen, dass der Anteil der Schüler, die am Ende der Pflichtschulzeit in den untersuchten Kompetenzbereichen schwache Leistungen aufweisen, nach wie vor zu groß ist", sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Johanna Wanka, am Donnerstag bei der offiziellen Vorstellung der Studie in Berlin.
Die Förderung Schwacher bleibe die größte Herausforderung für die kommenden Jahre, sagte die brandenburgische Ressortchefin und CDU-Politikerin. Gemessen an internationalen Maßstäben sei der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungskompetenz nach wie vor zu hoch. Diese "enge Kopplung" könne nur überwunden werden, wenn Schüler im unteren Leistungsbereich erfolgreich gefördert würden.
Bayern bleibt dran
Der zweite Ländervergleich, dessen Ergebnisse größtenteils bereits im Juli veröffentlicht worden waren, gibt einen umfassenden Überblick des Leistungsstandes der 15-jährigen Schüler in Deutschland. Danach konnten sich alle Bundesländer im Vergleich zum ersten Test "Pisa 2000" verbessern, in Naturwissenschaften und Mathematik zum Teil erheblich. Bayern, das schon vor drei Jahren Klassen-Primus war, schaffte den Anschluss an die Pisa-Weltspitze.
Pisa-Koordinator Manfred Prenzel kritisierte, die Chancen von 15-jährigen Schülern auf den Erwerb von Bildung sei von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich. Am wenigsten habe die soziale Herkunft in Bayern, Sachsen und Thüringen mit dem Erwerb von Bildung zu tun, am meisten in Bremen. Berichte, nach denen das Schulsystem bezüglich der Bildungsgerechtigkeit im Vergleich zum ersten Test deutlich schlechter geworden sei, wies Prenzel energisch zurück.
Unionsgeführte Länder sehen sich bestätigt
Die unionsgeführten Bundesländer sahen sich von der jüngsten PISA-Studie bestätigt. "Die Leistungen der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler lassen sich klar zuordnen: Dort, wo CDU und CSU kontinuierlich regieren, sind die Ergebnisse eindeutig besser", sagte die hessische Kultusministerministerin Karin Wolff in einer gemeinsamen Erklärung der Unions-Länder. In den Ländern, in denen eine CDU-Regierung kürzer im Amt sei, seien deutliche Fortschritte erkennbar.
Diese Unterschiede beziehen sich laut Wolff auf alle drei getesteten Kompetenzbereiche Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen. Auch würden die Länder Bayern, Sachsen und Thüringen am besten 15-jährige Schüler aus bildungsfernen Schichten zu einem guten Schulniveau führen.
An den Pisa-Erbebnissen lasse sich auch der Zusammenhang zwischen Anforderungen und Leistungen der Schüler ablesen, sagte Wolff. "Wer die Qualität von Schule und Unterricht verbessern will, braucht verbindliche anspruchsvolle Vorgaben und ein Bildungssystem, in dem die Leistungen kontinuierlich überprüft werden."

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