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Merken   Drucken   14.11.2005, 21:49 Schriftgröße: AAA

Dossier: Schwarz-Rot attackiert Manager  

Die Parteispitzen von CDU, CSU und SPD haben die Kritik der Wirtschaft an ihrem Koalitionsvertrag einmütig zurückgewiesen. CDU-Chefin Angela Merkel verbat sich die Einmischung deutscher Konzernchefs. von Ulrike Sosalla, Berlin, Timo Pache, München, und Birgit Jennen, Karlsruhe
Angela Merkel verteidigt den Koalitionsvertrag   Angela Merkel verteidigt den Koalitionsvertrag
"Ich bin eine Freundin der Wirtschaft, aber wenn ich diese Vorschläge sehe, dann bitte ich doch um etwas Zurückhaltung", sagte die designierte Bundeskanzlerin in Berlin.
CSU-Chef Edmund Stoiber griff die Unternehmensführer direkt an. "Diese Leute entlassen Tausende von Mitarbeitern, kippen sie uns vor die Tür und kritisieren uns dann für das, was wir machen", sagte er auf dem kleinen Parteitag der CSU in München.
Mehrere Vorstandsvorsitzende und Verbandspräsidenten hatten den Koalitionsvertrag am Wochenende heftig gerügt. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sagte, es seien "nur Lügen aufgetischt" worden. VW-Chef Bernd Pischetsrieder bemängelte, der Koalitionsvertrag addiere die schlechtesten Vorschläge beider Seiten.
Vorwurf der Verständnislosigkeit
Die harte Reaktion der Unionsspitze zeigt, wie sehr sich Spitzenpolitiker und Unternehmenslenker einander entfremdet haben. Ein CDU-Präsidiumsmitglied beklagte, den Konzernchefs fehle jedes Verständnis für die Zwänge politischer Entscheidungen. Der designierte Wirtschaftsminister Michael Glos sagte: "Wenn ich mir die Stellungnahmen der Konzernchefs so anschaue, dann muss ich sagen: Das ist alles sehr kalt und sehr herzlos."
Merkel warnte davor, die große Koalition schon vor ihrem Start schlecht zu machen. "Ich werde dafür kämpfen, dass nicht alles gleich mies geredet wird", sagte sie. "Diese Koalition hat es verdient, erst einmal eine Chance zu bekommen."

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