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Merken   Drucken   06.01.2011, 15:00 Schriftgröße: AAA

Dreikönigstreffen der Liberalen: Westerwelle führt FDP in den Ruin

Kommentar Er hatte die Gelegenheit, wahre Größe zu zeigen. Doch der FDP-Vorsitzende ignoriert alle Rücktrittsforderungen. Und nicht nur das. Er ignoriert auch die Realität. Diese Strategie wird nie und nimmer aufgehen. von Thomas Schmoll 
Nun hat er sie also gehalten, die Rede, auf die das Land tagelang mit größter Spannung gewartet hat. Wer Guido Westerwelle, seinen Stil und seine Politik mag, wird sie mit viel Wohlwollen als kämpferisch bezeichnen können. Die "Rede seines Lebens", die sich seine Anhänger erhofft hatten, war es mit Sicherheit nicht, nicht einmal ansatzweise. Es war lediglich die "Rede seines Überlebens" als Chef der Liberalen, die Rede eines Berufspolitikers, der sich der Realität verweigert.
Guido Westerwelle ist nicht zurückgetreten. Das ist für die FDP…

 

Guido Westerwelle ist nicht zurückgetreten. Das ist für die FDP…

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Mehr als eine Stunde gaukelte Westerwelle sich und den Delegierten des Stuttgarter Dreikönigstreffens Normalität vor. Er hielt eine Rede, wie er schon Hunderte Reden gehalten hat, erinnerte an alte Tugenden der FDP, die "ohne wenn und aber für Freiheit" kämpfen müsse, keine Klientelpolitik betreibe, sondern "eine Partei für das ganze Volk" sei, da sie Arbeitsplätze schaffe und das Land gemeinsam mit der Union reformiere: "Der Anfang ist gemacht." Schließlich gelte es, das bürgerliche Lager zu stärken, "weil Deutschland nicht Links überlassen werden darf". Die rot-rot-grüne Bedrohung müsse von der FDP gestoppt werden: "Sie werden kämpfen! Ich werde kämpfen!"
Mehr nicht. Kein Konzept oder eine Vision für die Zukunft. Nur uralte Phrasen, Parolen und Forderungen. Auf Rücktrittsappelle und die massive Kritik an seiner Person aus den eigenen Reihen ging Westerwelle nicht ein. Er schimpfte stattdessen auf SPD, Grüne und Linkspartei und kopierte dabei haargenau den Stil der SED, die bittere Wahrheit auszulassen und auf heile Welt zu machen. Auch der minutenlange Applaus nach der Rede erinnerte an Show-Veranstaltungen einer kommunistischen Partei. So soll der Aufbruch gelingen? Niemals.
Mit Erinnerungen an die FDP alter Prägung, Verweise auf die mageren Ergebnisse der schwarz-gelben Koalition und einer gehörigen Portion Realitätsverlust wird die Stimmung im Land nicht zugunsten der FDP kippen. Erst recht nicht mit einem Lagerwahlkampf. Stuttgart 21 steht als Symbol für parteiübergreifende Politikverdrossenheit. Die Bürger wissen längst, dass weder das rot-rot regierte Berlin noch Nordrhein-Westfalen, wo sich Sozialdemokraten und Grüne von der Linkspartei tolerieren lassen, dem Untergang geweiht sind – im Gegensatz zur FDP.

Teil 2: Wahlniederlagen garantiert

  • FTD.de, 06.01.2011
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Kommentare
  • 09.01.2011 17:56:47 Uhr   Karl10: Ausgezeichneter Kommentar

    Die FDP hat sich in keinster Weise überflüssig gemacht. Sind wir doch froh, dass es eine freie lieberale Partei gibt. Es wird das Thema Hatz IV angesprochen. Wer hat es eingeführt? In der Zeit von 1998 - 2005 war doch Rot/Grün an der Regierung. Was war das Ergebnis dieser Regierung? Die deutsche Wirtschaft wurde lahm gelegt!! Die Arbeitslosenzahl ist sprunghaft von 3 auf 5 Millionen angestiegen!!! Wer nicht sofort Arbeit gefunden hat, wurde nach einem Jahr von Rot/Grün in die Hartz IV-Falle getrieben. Viele sind bis heute aus dieser Falle nicht mehr herausgekommen.

    Wollen Sie das der jetzigen Regierung anlasten????

    Seit CDU/FDP an der Regierung ist, ist die Arbeitslosenzahl auf die Zahl von 1992 gesunken.

    Wo Rot/Grün bisher regiert hat kam es zu hohen Verschuldungen, steigende Arbeitslosenzahlen kurzum es ist wirtschaftlich nichts mehr gelaufen.

    Schauen Sie sich die Länder die Rot/Grün oder Rot/Rot regiert sind an, dann sehen Sie wie diese verschuldet sind.

    Wenn die FDP auch Fehler gemacht hat, ist sie trotzdem noch besser als Rot/Grün.

  • 07.01.2011 19:05:50 Uhr   danny: Ausgezeichneter Kommentar
  • 07.01.2011 09:15:11 Uhr   Dieter: Realitätsfremd
  • 07.01.2011 09:09:02 Uhr   Eva K.: Westerwelle muss unbedingt bleiben!
  • 07.01.2011 08:33:38 Uhr   Gerhard Fellner: Nicht lernfähig
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