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Merken   Drucken   18.08.2009, 18:34 Schriftgröße: AAA

Dresdner Koalitionsspiele: Grüne flirten mit der Union  

Er könne sich schwarz-grün genauso wie schwarz-gelb vorstellen, sagt CDU-Ministerpräsident Tillich. Die Ökopartei reagiert positiv auf das Angebot - und begründet ihre Offenheit mit der Krise.
Die Grünen in Sachsen wären nach der Landtagswahl in Sachsen auch offen für Gespräche mit der CDU. "Wer die Krise ernst nimmt, muss bereit sein, das alte Lagerdenken zu überwinden", sagt Fraktionschefin Antje Hermenau. Es schade in einer Demokratie nie, wenn man Gespräche führe - dazu ist Hermenau auch im Falle der CDU bereit. In Sachsen wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt.
Laut jüngster Umfragen wird die CDU weiter mit Abstand stärkste politische Partei bleiben. Sie liegt bei 39 Prozent und verliert damit weiter im Vergleich zu Wahl 2004, als die CDU schon um über 15 Prozentpunkte auf 41,1 Prozent eingebrochen war.
Von der alten Machtfülle eines Kurt Biedenkopf ist der amtierende Chef der schwarz-roten Koalition in Dresden weit entfernt. Ministerpräsident Stanislaw Tillich  (CDU) kann sich seiner Sache trotzdem sicher sein. Mit einem Kuschelwahlkampf ohne große Kontroversen lullt er die Sachsen ein und bemüht sich, möglichst unkonkret zu bleiben. Logisch - nach der Wahl könnten sich Tillich mehrere mögliche Koalitionspartner bieten.
Schlecht sieht es für den derzeitigen Koalitionspartner SPD aus. Zwar schneiden Sachsens Sozialdemokraten mit 15 Prozent eindeutig besser ab als vor fünf Jahren - damals fuhr die SPD mit 9,8 Prozent der Stimmen eine historische Schlappe ein. Doch Favorit der Union sind die Freidemokraten, die in Umfragen zuletzt bei 12 Prozent landeten.
Aber wieso nicht mit den Leuten von Antje Hermenau? "Mit den Grünen gibt es genauso Schnittmengen, wie es sie mit der FDP gibt", sagt Tillich zur FTD. "Entscheidend ist, welche Schnittmenge am Ende größer ist." Die sächsische FDP sei nicht eindeutig im bürgerlichen Lager zu verorten und mache zudem kein glaubwürdiges Angebot zur Lösung der Krise. "Darum sind Stimmen für die FDP für das bürgerliche Lager verschenkt."

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