Der pannenbehaftete neue Großflughafen Berlin Brandenburg (BER) wird wohl auch am 17. März 2013 nicht in Betrieb gehen können. Wegen anhaltender technischer Schwierigkeiten bei der Brandschutzanlage laufe alles auf einen Termin im Sommer 2013 hinaus, verlautete aus Kreisen der Flughafengesellschafter, zu denen neben den Ländern Berlin und Brandenburg auch der Bund gehört. Auch ein hochrangiger Manager der Lufthansa sagte der FTD, dass er wegen der baulichen Unzulänglichkeiten einen Start im kommenden März ausschließe.
Die Verzögerung wäre schon die dritte - und würde die Pläne der Fluggesellschaften einmal mehr kräftig durchkreuzen. Besonders betroffen ist Air Berlin, weil die zweitgrößte deutsche Fluglinie am Hauptstadtflughafen ein Drehkreuz aufbauen will.
Durch die wiederholte Verschiebung der Inbetriebnahme kommen zudem auf die öffentliche Hand erhebliche Zusatzkosten zu. Bislang werden die Mehrkosten auf 1,17 Mrd. Euro beziffert, davon weitere 600 Mio. Euro für einen erweiterten Schallschutz. Bei einer erneuten Verzögerung dürfte auch diese Summe nicht ausreichen. Ursprünglich sollte der neue Großflughafen in Schönefeld rund 2,5 Mrd. Euro kosten. Dem umstrittenen Projekt gehen langsam die Mittel aus. Die Flughafengesellschaft versucht deshalb, für den Flughafen neue Anleihen in dreistelliger Millionenhöhe zu emittieren.
Bei der Finanzierung bahnt sich jedoch ein Konflikt mit der Europäischen Kommission an. Die Gesellschafter Berlin und Brandenburg sowie der Bund haben es nach FTD-Informationen aus Bankenkreisen bisher unterlassen, einen Antrag bei der EU zu stellen. Dies ist notwendig, da auch Steuermittel fließen. Brüssel benötigt für eine Genehmigung in der Regel drei bis sechs Monate.
Fest steht, dass der neue BER-Technikchef Horst Amann am 16. August, und damit anders als vorgesehen, nicht in der Lage sein wird, über den genauen Starttermin des Skandalflughafens zu befinden. Von dieser Vorgabe rückte am Freitag nach einem Baustellenbesuch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) ab, der im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft sitzt.