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Merken   Drucken   14.09.2009, 06:52 Schriftgröße: AAA

Duell-Bilanz Merkel/Steinmeier: Zwei Lager und zwei Spötter  

Nach dem Fernsehduell traten Promis auf den Plan, um je nach Parteipräferenz Angela Merkel oder Frank-Walter Steinmeier zum Sieger zu erklären. Die Vertreter von FDP und Linkspartei hatten eine klare Meinung: Da bereiten zwei die Fortsetzung der Großen Koalition vor. von Claudia Kade  und Peter Ehrlich 
Politisch sind FDP-Generalsekretär Dirk Niebel und der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, so weit voneinander entfernt, wie man im Bundestag nur sein kann. An diesem Abend aber amüsieren sie sich gemeinsam im Studio H in Berlin-Adlershof, wohin die vier großen TV-Sender Prominente, Politiker und Journalisten zur Duellbeobachtung eingeladen haben.
"Das sieht so aus, also wollen die weitermachen", sagt Niebel schon nach einer Stunde über Merkel und Steinmeier, "der Verlierer ist Deutschland." Bartsch stimmt zu und findet das Duell bis dahin vor allem langweilig. Das geht selbst Regierungsleuten so. "Vier eitle Frager und zwei Langweiler" sagt ein Mitarbeiter der Regierung, der nicht namentlich genannt sein will.
Die von den Parteien Eingeladenen sehen das etwas anders. Kein Wunder, die Beeinflussung der öffentlichen Meinung nach einer solchen Sendung ist nach Einschätzung mancher Wahlforscher fast so wichtig wie das Duell selbst.
Während des Duells sitzen Steinmeier-Fans und Merkel-Fans rund zehn Meter entfernt in unterschiedlichen Sitzgruppen aus weißen Ledersesseln. Am SPD-Tisch gruppieren sich um SPD-Chef Franz Müntefering  unter anderem die Schauspieler Ulrich Matthes, Renan Demirkan und Ursula Monn, Supernanny Katja Saalfrank und Sebastian Krumbiegel von der Band "Prinzen". Ab und an gibt es zaghaften Beifall für Steinmeier.
Die Bewertungen hinterher sind eindeutig. "Absolut positiv für Steinmeier", sagt Demirkan unmittelbar nach Ende der Sendung. Merkel sei wesentlich defensiver gewesen. "Fast so wie ein Kanzler" habe Steinmeier geredet, meint Matthes. Dass beim Duell nicht über das Privatleben der Kandidaten gesprochen wurde, das 2005 beim Duell Schröder-Merkel noch eine Rolle spielte ("Dafür liebe ich meine Frau", sülzte Schröder), stört Matthes nicht. "Privates muss ich nicht haben, für die Politik ist es wurscht."

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