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Merken   Drucken   08.03.2006, 12:46 Schriftgröße: AAA

Ein-Euro-Jobber sammeln tote Vögel auf Rügen ein  

Die Vogelgrippe zieht auf Rügen weiter ihre Kreise. Dort sind erneut vier mit dem H5N1-Virus infizierte Wildvögel sowie zwei tote Katzen gefunden worden. Eine Fernsehserie, in der sich ein Mensch - fiktiv - mit der Tierkrankheit infiziert, rief heftige Proteste hervor.
Wie die Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems, Elke Reinking, am Mittwoch mitteilte, erhöhte sich die Zahl der in Mecklenburg-Vorpommern festgestellten Fälle von Vogelgrippe damit auf 150 Wildvögel und drei Katzen. Nutzgeflügelbestände seien nach wie vor nicht betroffen, hieß es.
Insgesamt wurden in Mecklenburg-Vorpommern bislang fast 4000 Vögel untersucht. Mittlerweile wird bei den auf Rügen aufgefundenen infizierten Vögeln nicht mehr in jedem Fall der Nachweis zum Erregertyp geführt, da es sich laut Reinking in diesem Infektionszentrum der Vogelgrippe mit hoher Sicherheit um die hochansteckende Variante handelt.
Backhaus kündigt weitere Schutzmaßnahmen an
Das Bergen der verendeten Wildvögel wird aber vor allem in den Küstengebieten konsequent fortgesetzt, wie der Krisenstab in Schwerin versicherte. Insbesondere für die Streifen in den als Rast- und Überwinterungsplätze bekannten Gebiet werden dabei verstärkt so genannte Ein-Euro-Jobber eingesetzt.
Der Schweriner Landwirtschaftsminister Till Backhaus kündigte im Norddeutschen Rundfunk weitere Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Vogelgrippe an. So sollen nach seinem Willen alle wild umherlaufenden Haustiere in den Schutzzonen eingefangen werden. "Der Sprung von der Katze zum Hausschwein ist nicht groß", sagte der SPD-Politiker zur Begründung. Es müsse alles getan werden, um den Infektionsherd auf Rügen auszuräumen.
In der ARD-Arztserie "In aller Freundschaft" wurde am Dienstagabend erstmals die Erkrankung eines Menschen mit der Tierkrankheit thematisiert. Die Folge, in der sich ein kleiner Junge infiziert, nachdem er die Gitterstäbe eines Vogelkäfigs in einer Tierhandlung berührt, rief heftige Proteste etwa der Bundestierärztekammer und des Tierschutzbundes hervor. Sie kritisierten, die Folge verunsichere Zuschauer und verbreite Fehlinformationen.
  • FTD.de, 08.03.2006
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