Bei der Bundestagswahl könnte es nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid zu einem Patt zwischen den großen politischen Lagern aus Union und FDP sowie SPD, Grünen und Linkspartei kommen.
Wendepunkt des Wahlkampfs: Das TV-Duell zwischen Kanzler und Kandidatin
In der am Dienstag veröffentlichten Umfrage kommt die Union auf 42 und die FDP auf 6,5 Prozent. Die Sozialdemokraten erreichten 33,5 Prozent. Nach einer Forsa-Umfrage vom Montag kommt die SPD allerdings auf 35 Prozent. Die Grünen blieben bei Emnid unverändert bei sieben Prozent. Der Umfragewert für die Linkspartei stagnierte bei acht Prozent. Beide Lager kamen somit in der Umfrage auf 48,5 Prozent.
Nach Expertenmeinung war das TV-Duell zwischen Schröder und Merkel am 4. September wahrscheinlich die "wahlentscheidende TV-Show". Zu diesem Schluss kam eine unabhängige Kommission von Wissenschaftlern und Journalisten. Die Sendung habe einen Wendepunkt im Wahlkampf markiert: Was vorher schon ausgemacht schien, der Sieg Merkels, sei wieder in Frage gestellt worden. Vor allem die Koalitionsfrage sei wieder völlig offen.
CSU lehnt große Koalition ab
Die steigenden Umfragewerte für die SPD haben im Wahlkampfendspurt die Koalitionsspekulationen weiter angeheizt. "Eine Koalition aus CDU/ CSU und SPD wäre eine Katastrophe für Deutschland", sagte CSU-Generalsekretär Markus Söder. Eine große Koalition ohne Bundeskanzler Gerhard Schröder würde die SPD zur instabilen Partei machen. "Das wäre der wandelnde Vermittlungsausschuss."
Für die Grünen bedeutet ein Bündnis aus Union und SPD eine "Stillstandskoalition", in der sich "Erneuerungsblockierer" zusammenfänden. Grünen-Chefin Claudia Roth lobte zwar die "fulminante Aufholjagd" der SPD bei den Umfragewerten, warnte die Sozialdemokraten aber, "grün zu blinken und großkoalitionär" abzubiegen. Eine große Koalition wäre ein "Nullsummenspiel", sagte Roth. Das zeigten bestehende Bündnisse aus CDU/CSU und SPD auf Landesebene.
Schröder und Merkel verlängern Wahlkampf
Union und SPD setzten unterdessen zusätzliche Wahlveranstaltungen für Samstag in Nordrhein-Westfalen an. Schröder wird in Recklinghausen und Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel in Düsseldorf um Wählerstimmen werben.
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