Die Anbieter erneuerbarer Energien werden sich verändern müssen, wenn sie weiter wachsen wollen. Bislang speist jeder seinen Windstrom ein, wenn der Wind weht, seinen Solarstrom, wenn die Sonne scheint, und den Strom aus Biogas, wann er will. Dieses Modell funktionierte, solange Ökostrom ein Nischenprodukt war. Das wird in Zukunft anders sein. Deshalb müssen die Ökostromerzeuger lernen, die Schwankungen selbst auszugleichen.
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das den Aufbau von Ökostrom mit garantierten Vergütungen ermöglicht hat, muss umgebaut werden: mehr Geld für stabilen Strom, weniger für schwankenden Strom. Ein Ziel der neuen Anreize: Betreiber von Wind-, Solar- und Gaskraftwerken schließen sich zusammen, um Schwankungen intern auszugleichen. Die Gasturbine springt dann an, wenn der Wind nicht weht. Zweites Ziel ist die Entwicklung neuer Speicher: Wenn der Wind besonders stark weht, rentiert es sich, überschüssigen Strom zu speichern, bis er gebraucht wird. Dass das EEG Innovationen fördern kann, hat es bewiesen. Mit einem neuen Vorrang für stabilen Ökostrom könnte es auch neuen Speichertechnologien zum Durchbruch verhelfen.