Der Südwesten hat das gleiche Problem wie Bayern. "Es gibt in Baden-Württemberg keine Anreize für neue Kraftwerke", sagte der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne). So habe zum Beispiel
EnBW einen fertig genehmigten Kraftwerksstandort im Land, baue aber nicht. "Wenn wir uns dem Problem nicht widmen, werden wir nach 2015 in eine Situation kommen, doch Atomkraftwerke am Netz lassen zu müssen", sagte Untersteller.
In Süddeutschland gerät die Energiewende damit zunehmend in Gefahr. Die Region leidet am stärksten unter dem Atom-Aus. Dort liegen die großen Verbrauchszentren und die meisten Atomkraftwerke. Ende 2015 und 2017 gehen mit Grafenrheinfeld und Gundremmingen B zwei weitere vom Netz. Zwar stoßen erneuerbare Energien in diese Lücke - aber Strom liefern sie nur bei Wind und Sonne. Damit die Versorgung auch bei Flaute und im Dunkeln gesichert ist, braucht man neue Gaskraftwerke als Back-up.
Doch die rechnen sich immer weniger: Je höher der Anteil der Erneuerbaren steigt, desto seltener laufen konventionelle Kraftwerke. Zudem drückt der subventionierte Ökostrom, der fast keine Produktionskosten verursacht, die Strompreise weiter. FDP-Politiker Zeil forderte als Konsequenz, den geltenden Vorrang von Ökostrom bei der Netzeinspeisung einzuschränken.