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Merken   Drucken   27.05.2009, 09:57 Schriftgröße: AAA

Entprivatisierung: Städte wollen ihre Stadtwerke zurück  

Vorschnell verschachert: Kommunen prüfen, wie sie privatisierte Versorger und Netze zurückkaufen können. Wo das nicht geht, gründen sie kurzerhand eigene Energielieferanten - um unabhängiger von der Preispolitik der Konzerne zu werden. von Torben-Gerd Schultz (Hamburg)
Seit Öffnung der Strom- und Gasmärkte dreht sich die Preisspirale unaufhaltsam - und vier große Konzerne profitieren maßgeblich: die Versorger Eon , EnBW , RWE  und Vattenfall . Viele deutsche Kommunen versuchen jetzt, ihre Stadtwerke zurück zu kaufen oder sich im Verbund gegen die Marktmacht der Multis zusammenzuschließen. Wo das nicht geht, gründen sie kurzerhand eigene Versorger - wie in Hamburg.
Mit Hamburg Energie hat der Senat einen öffentlichen Stromversorger gegründet, der im Spätsommer ans Netz gehen soll. Das Eigenkapital in Höhe von 10 Mio. Euro stellt die städtische Hamburg Wasser. Unter diesem Dach will Hamburg Energie seine Kunden mit klimafreundlichem Strom beliefern, ohne Atomenergie und Kohle. In diesem Jahr plant das Unternehmen Investitionen von 15 Mio. Euro in Windkraft, 2010 soll der gleiche Betrag in den Ausbau von Kraftwärmekopplungsanlagen fließen.
"Kommunen entdecken Stadtwerke neu"
Das Ziel des Senats ist ambitioniert: "Mittelfristig wollen wir die Nummer zwei im Markt werden", sagte ein Hamburg-Energie-Sprecher. Bis 2013 strebe das Unternehmen einen Marktanteil von zehn Prozent an. Der Strommarkt in der Hansestadt ist umkämpft, rund 50 Versorger buhlen um Kunden. Mit 82 Prozent Marktanteil ist Vattenfall der Platzhirsch.

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