Die acht stillgelegten Kernkraftwerke bleiben abgeschaltet - auch im Winter, wenn der Strom knapp werden könnte. Kohlekraftwerke sollen die Netzstabilität garantieren.
In Deutschland muss kein Alt-Atomkraftwerk als Reserve am Netz bleiben. "Es bleibt uns erspart, ein Kernkraftwerk zu reaktivieren", sagte der Chef der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, am Mittwoch in Berlin. Mit den älteren Kohlekraftwerken wie in Mannheim oder im saarländischen Ensdorf, sowie dem Gaskraftwerk der Stadtwerke Mainz-Wiesbaden habe man für diesen und den nächsten Winter ausreichend Kapazitäten sicherstellen können.
Aber auch in Österreich habe man sich Reserven sichern können. Insgesamt entsprechen sie der Leistung von zwei AKW-Blöcken. Dies sei aber nicht umsonst zu haben, da viele der reaktivierten Altkraftwerke eigentlich unwirtschaftlich seien. "Der Verbraucher wird sie letztlich bezahlen müssen", sagte Kurth.
Kurth sagte, die Lage bleibe nach dem Aus für die Alt-AKW angespannt. "Ich kann keine Entwarnung geben." Es sei noch unklar, wie in den kommenden Jahren eine Versorgungslücke beim Strom vermieden werden könne. "Wir sollten nicht weiter ständig weiter etwas abschalten, bevor wir nicht etwas zuschalten." Dies gelte besonders für Süddeutschland, wo die Lage wegen der hohen Industrie- und Gewerbedichte mit entsprechendem Stromverbrauch besonders gefährlich sei.
Wegen der Abschaltung der sieben alten deutschen Atomkraftwerke und des Reaktors Krümmel hatten die Netzbetreiber Alarm geschlagen. Besonders in Süddeutschland drohe ein Blackout im Winter. Daraufhin wurde die Netzagentur beauftragt, bis September zu prüfen, ob ein Reserve-AKW für die nächsten beiden Winter benötigt wird. Nach Möglichkeit sollten aber fossile Reserven genutzt werden. Kurth hatte daher auf die Reaktivierung solcher Anlagen gedrungen.
Diese seien auch weiter nötig, weil trotz des Ausbaus der eneuerbaren Energien in den nächsten Jahren weitere Gas- und Kohlekraftwerke gebraucht würden. Zuletzt ist nach seinen Worten aber kaum eines ans Netz gegangen. Viele Neubauten hätten mit Akzeptanz und rechtlichen Problemen zu kämpfen. Aber auch die Technik mache Schwierigkeiten: So gebe es bei sieben Neubauten Probleme mit dem Stahl der Dampfkessel, so dass sich deren bereits eingeplanter Betrieb verzögere. "Ich halte da die Luft an", sagte Kurth.
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