Ex-Bundespräsident Christian Wulff
Bislang war es aus der Koalition nur der FDP-Haushaltspolitiker Jürgen Koppelin, der öffentlich befand, dass Wulff den Ehrensold nicht verdient habe. Doch hinter den schwarz-gelben Kulissen setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass man die Insignien eines Altpräsidenten wie den Ehrensold und ein eigenes Büro nicht genauso routiniert gewähren kann wie bei Wulffs Vorgängern. Nicht nur wegen der Vorgeschichte, sondern auch, weil er mit seinen 52 Jahren so verdammt jung ist.
Die Unionsspitze will sicherstellen, dass der Ehrensold auf keinen Fall mehr gezahlt wird, wenn Wulff einen Job in der Wirtschaft annimmt. Alarmiert von einem FTD-Bericht über die Beweggründe der Staatsanwaltschaft Hannover, Wulffs Immunität aufheben zu lassen, wollen Haushälter der Koalition die Zahlung des Ehrensolds zudem an die Bedingung knüpfen, dass die Ermittlungen eingestellt werden. "Solange es nur Verdächtigungen gibt, gilt die Unschuldsvermutung", hieß es in Koalitionskreisen. Sollte das Verfahren aber in einen Strafbefehl gegen Wulff münden, "dann muss man ihm den Ehrensold entziehen".