FTD.de » Politik » Deutschland » Erster Verdacht auf Vogelgrippe-Virus H5N1 in Deutschland

Merken   Drucken   14.02.2006, 22:30 Schriftgröße: AAA

Erster Verdacht auf Vogelgrippe-Virus H5N1 in Deutschland  

Auch in Deutschland ist jetzt der erste ernsthafte Verdacht auf Vogelgrippe aufgetreten. Auf Rügen seien vier tote Schwäne gefunden worden, teilte das Bundesagrarministerium in Berlin mit. Ein Schnelltest habe bei zweien dieser Schwäne den Verdacht auf den auch für Menschen gefährlichen Virus H5N1 ergeben.
Indikatorvögel: Schwäne - hier zwei aktuelle Fälle aus Italien - ...   Indikatorvögel: Schwäne - hier zwei aktuelle Fälle aus Italien - sterben besonders schnell an H5N1
Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) teilte am Dienstagabend mit, dass die bundesweite Stallpflicht für Geflügel auf Freitag vorgezogen wird. Die vom Landwirtschaftsministerium unverzüglich unterrichtete Landesregierung in Schwerin habe umgehend eine drei Kilometer breite Schutzzone und eine zehn Kilometer breite Überwachungszone eingerichtet, sagte Seehofer.
Mit endgültigen Ergebnissen des Europäischen Referenzlabors zu den toten Vögeln auf Rügen rechne man am Donnerstag, sagte Seehofer. Er berief sich dabei auf eine Risikoanalyse des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit. Am Mittwoch will sich der Krisenstab unter Leitung von Seehofer und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) mit dem Fall befassen.
Seehofer hatte die Stallpflicht ursprünglich ab kommendem Montag angeordnet. Sie soll zunächst bis Ende April gelten. Auch soll es nur noch ganz wenige Ausnahmen für Geflügelmärkte und Geflügelschauen geben. Hintergrund für die neue Risikoanalyse sind die Vogelgrippe-Fälle in Nigeria und die bald erwartete Rückkehr von Zugvögeln gen Norden.
Nach dem Virus-Befall von Schwänen erstmals auch in Italien und Griechenland war es in Slowenien und jetzt auch in Österreich zu weiteren Verdachtsfällen gekommen. Auch hier stand noch die letzte Prüfung aus, ob es sich um den gefährlichen Virus-Typ H5N1 handelt.
  • dpa, 14.02.2006
    © 2006 Financial Times Deutschland,
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