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Merken   Drucken   16.10.2006, 14:21 Schriftgröße: AAA

"Es gibt keine Ober- und Unterschichten"  

Dossier In der SPD ist ein Streit über die Verantwortung für die wachsende Armut in Deutschland entbrannt. Während die Linke Ex-Kanzler Gerhard Schröder für die Entwicklung verantwortlich macht, wollen führende Sozialdemokraten den Begriff Unterschicht wieder loswerden.
Bedürftige Menschen stehen beim Verein 'Münchner Tafel' ...   Bedürftige Menschen stehen beim Verein 'Münchner Tafel' Schlange
"Der Begriff Unterschicht ist ein Begriff von lebensfremden Soziologen", sagte Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) am Montag in Berlin. Er habe mit der Politik nichts zu tun. "Es gibt keine Ober- und Unterschichten hier, sondern es ist eine Gesellschaft und wir sind gut beraten, wenn wir die nicht auseinander fallen lassen", sagte der Minister.
SPD-Chef Kurt Beck hatte den Begriff "Unterschichten-Problem" in die Debatte geworfen. Nach einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung fühlen sich acht Prozent der Bevölkerung auf der Verliererseite. Sozialwissenschaftler bezeichnen diese Gruppe als "abgehängtes Prekariat". Diese Menschen empfinden ihre gesellschaftliche Situation als äußerst prekär. Finanzielle Unsicherheit, niedriges Einkommen und kein Aufstiegswillen kennzeichnet diese Gruppe, die auch der Demokratie den Rücken gekehrt hat.
Linke Sozialdemokraten machten die Wirtschafts- und Sozialpolitik der vergangenen Jahre unter Ex-Kanzler Schröder (SPD) für die Entwicklung verantwortlich. "Wir haben den Menschen vorgegaukelt, dass mit Fordern und Fördern jeder den ersten Arbeitsmarkt erreichen kann und Steuersenkungen für die Unternehmen die Probleme lösen werden", sagte SPD-Fraktionsvize Stefan Hilsberg dem "Tagesspiegel". Die Arbeitsmarktreform Hartz IV sei eine "Lebenslüge". "Gerhard Schröder hat zu kurz gedacht", sagte Hilsberg.
"Neue soziale Frage"

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