FTD.de » Politik » Deutschland » Die deutsche Angst vorm Führen

Merken   Drucken   26.01.2012, 21:00 Schriftgröße: AAA

Essay: Die deutsche Angst vorm Führen  

Premium Bloß nicht als Aggressor erscheinen - diese Sorge blockiert die Deutschen. Dabei ist Europa in seiner Krise dringend auf echte Führung angewiesen. Es geht nur darum, die Nachbarn richtig einzubinden. Ein Gastbeitrag von Jutta Limbach. von Jutta Limbach
Jutta Limbach ist deutsche Rechtswissenschaftlerin und SPD-Politikerin. Von 1994 bis 2002 war sie Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, von 2002 bis 2008 Präsidentin des Goethe-Instituts.
Krisenzeiten sind der Nährboden für Seher. Da uns der Glaube an intuitive Erkenntniskräfte verloren gegangen ist, müssen geschichtliche Erfahrungen als Humus herhalten. So bedient sich Tony Corn, ein amerikanischer Politikberater, in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" eines historischen Vergleichs, um Deutschlands vermeintliches Vormachtstreben in Europa zu diskreditieren.
Er sieht die Deutschen "wieder einmal auf dem Holzweg". Wenn auch das Schlachtfeld diesmal monetärer Natur sei, so hätten doch die Unternehmer und Banker die Rolle der preußischen Junker, die Bundesbank die des Generalstabs übernommen. Corn sieht Angela Merkel in der Rolle des Reichskanzlers Theobald von Bethmann-Hollweg und Wolfgang Schäuble in der von General Erich Ludendorff. Dementsprechend diagnostiziert er bei den heutigen Politikern einen Mangel an Staatskunst wie am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Spätestens der Satz, dass die deutschen Diplomaten "eher als aufgeblasene und sadistische Schleifer empfunden" würden, verrät, dass hier Hollywood den Griffel führt. Von Realpolitik hinter der europäischen Finanzkrise kann jedenfalls nicht die Rede sein.

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  • Aus der FTD vom 27.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 27.01.2012 17:02:26 Uhr   Suli: Merkel ist keine Führerin

    Deutschland hat eine starke Wirtschaft,das ist mal Fakt.Und so gesehen haben wir eine Führung die Weltweit Akzeptanz findet.Die Politik Merkels ist allerdings,wenn man sie richtig und ehrlich verfolgt,eine Politik des Abwartens auf die nächsten Wahlen.Vergessen darf man dabei nicht,dass die SPD unter Steinbrück das Sprachrohr der Regierung der gr.Koalition war.Ich möchte uns Allen in Erinnerung bringen,dass das Thema Griechenland,Merkels Problem seit 2009 ist und drei Jahre später immer noch ungelöst ist.Genau das ist Merkels ProblemeBewältigung,Sachen an sich reissen und nicht zu Ende führen.Man kann auch sagen,sie findet daran gefallen,lange den Fisch an der Angel hängen lassen aber ihn nicht zubereiten wollen,weil sie nicht kochen kann,aber das darf wiederum keiner wissen! Man muß nur ihre Spur nachgehen und es fällt dann auch einen auf.Das Deutschland gut da steht,ist an erster Linie wenn ich auch den Namen nicht so gerne ausspreche,aber Schröders Verdienst ist mit Peter Hartz.

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