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Bilderserie: Der Massenprotest im Iran wird blutig
Neuwahlen, eine Ende der Repressionen und Verfassungsänderungen, um die Macht der Kleriker zu beschneiden: Auf diese Positionen könnten sich die meisten Exiliranern einigen, sagte der iranischstämmige Publizist Bahman Nirumand im Gespräch mit FTD.de. Die Frage, wie es dann im Iran weitergehen könnte, werde bewusst vermieden "Wenn man beginnt darüber zu reden, geht diese Einheit flöten."
"Eine E-Mail wird über Hunderttausende SMS verbreitet"
Denn nicht allen Demonstranten würde ein Wahlsieg Mussawis ausreichen. Der Mediziner Massoud Khajali etwa weist darauf hin, dass in der Zeit des Reformkandidaten geschätzte 30.000 Oppositionelle bei einem Massaker starben. Von den Machthabern in Teheran redet Khajali nur als "Bande". Vor seiner Flucht nach Deutschland habe er selbst ein Jahr in Isolationshaft gesessen, erzählt der 45-Jährige. Heute versorgt er die oft jungen Oppositionellen im Iran mit Informationen und Argumentationshilfen. "Wenn Du eine E-Mail in den Iran kriegst, wird sie über Hunderttausende von SMS verbreitet", sagt er lächelnd.
Neben Khajali steht Ahmad Achyani und hört ruhig zu. Der 52-jährige gehört zu den Volksmudschaheddin. Die militante Oppositionsgruppe zählt zu den aktivsten, aber auch umstrittensten exiliranischen Organisationen. In Deutschland wird sie vom Verfassungsschutz beobachtet, ihre Mitglieder pflegen einen Führerkult um Mariam Radschawi, die sie zur Präsidentin aller Exiliraner erklärten. Viele Oppositionelle aber wollen von den Mudschaheddin nichts wissen - unter anderem, weil sie einst Saddam Hussein im Kampf gegen den Iran unterstützten. "Sie sind völlig isoliert", sagt Bahman Nirumand.
Auch vor dem Auswärtigen Amt hatten die Mudschaheddin zunächst alleine, auf einer gegenüberliegenden Straßenseite demonstriert. Dann aber packten sie ihre Transparente und schlossen sich den übrigen Demonstranten an. Vorläufig scheint die Abneigung gegen Ahmadinedschad wirklich alle Gruppen zu vereinen.